Die Fassade von Buckingham Palace entstand unter Queen Victoria

George IV und der Finanzskandal um Buckingham Palace

Der Buckingham-Palast war nicht immer der Sitz der Königsfamilie. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte das damalige Landhaus am Rand Londons dem Duke of Buckingham. George III kaufte es ihm 1761 ab, um es als Wohnhaus für seine Familie zu nutzen. Erst sein Sohn machte aus dem Landhaus einen Palast und stürzte sich und seinen Architekten John Nash in den wohl größten Finanzskandal seiner Zeit.

George IV. hatte eine Schwäche für Kunst.

Schon als Thronfolger und Prinzregent sammelte er eifrig Gemälde und andere Kunstgegenstände und präsentierte sie in seiner Villa Carlton House. Ganz besonders liebte er französische Möbel. Glücklicherweise brauchte die junge französische Republik nach der Enthauptung ihres verschwenderischen Königs Geld, so dass viele von Versailles Schätzen ihren Weg nach London fanden. Bald wurde die Villa zu klein. Ein neuer Palast musste her. Und was würde sich besser eignen, als das geschmackvolle Haus, das sein Vater einst für Königin Charlotte vom Duke of Buckingham gekauft hatte?

Als George IV. 1820 den Thron bestieg, besprach er seine Idee mit der Regierung. Damals bestand bereits die konstitutionelle Monarchie, so dass der König solche Entscheidungen nicht allein treffen konnte. Der Premierminister war nicht begeistert. Der Krieg gegen Napoleon hatte ein tiefes Loch in der Staatskasse hinterlassen. Dennoch ließ sich das Parlament vom König überreden, 150.000 Pfund für die Umbauten zu genehmigen. Von dieser Summe konnten damals 3.000 Arbeiterfamilien ein Jahr lang leben.

Die Fassade von Buckingham Palace entstand unter Queen Victoria

Für sein neues Projekt, das er Buckingham Palace nannte, engagierte er den Architekten John Nash.

Leider interessierte auch dieser sich mehr für die Kunst als für die Kosten. Vermutlich konnte er deshalb George IV. keinen noch so extravaganten Wunsch ausschlagen. Als 1828 die Ausgaben fast 300.000 Pfund erreicht hatten, begann das Parlament Fragen zu stellen. Nash konnte das House of Commons jedoch davon überzeugen, dass die Investitionen notwendig waren. Er erreichte sogar, dass ihm die Kontrolle über die Konten übertragen wurde.

Der leichtere Zugang zum Geld kam den Baumeistern bei den kunstvollen Verzierungen der Staatsgemächer sehr gelegen. Innerhalb von zwei Jahren stiegen die Kosten auf 500.000 Pfund an. Der Buckingham-Palast war auf dem besten Weg, das oppulenteste Königsschloss der Welt zu werden. Aber plötzlich starb der König. John Nash wurde vor das Parlament zitiert und wegen groben Missmanagements gefeuert. Der Buckingham-Palast wurde unter strenger Regierungsaufsicht fertiggestellt und mit den Möbeln und Kunstgegenständen Georges IV. eingerichtet.

Von außen sieht man nichts mehr von John Nashs Design

Als Queen Victoria in den Buckingham-Palast einzog, fand sie ihn bald zu klein für ihre wachsende Familie. Mit dem Bau der heute so bekannten Front des Palastes wurde der oppulente Regency-Stil des übrigen Gebäudes verdeckt. Die Verschwendungssucht Georges IV. kam aus der Mode. Aber seine Kunstsammlung schmückt noch heute die Staatsgemächer des Palasts.

Jedes Jahr im August und September, wenn die Königin Urlaub auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral macht, werden die Staatsräume für Besucher geöffnet. Mehr Informationen gibt es hier.

Wachtposten vor Buckingham Palace

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2 thoughts on “George IV und der Finanzskandal um Buckingham Palace

  1. Liebe Peggy, ich habe manchmal Mühe zu verstehen, wie man all das Geld für die Monarchie ausgeben konnte/kann, aber hätten wir den all diese tollen Gebäude und Kirchen, wenn sie nicht gewesen wären/wären? Ich wünsche dir einen guten Tag und sende die besten Grüsse. Martina

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