Von einem der auszog, die Pressefreiheit zu retten

Geschlossene Gesellschaft – Presse draußen bleiben!

Geschlossene Gesellschaft – Presse draußen bleiben!

England hat einen neuen Helden: Rupert Murdoch – Retter der britischen Pressefreiheit. Der Herausgeber der Sun ließ sich nicht von der königlichen Familie einschüchtern und veröffentlichte als erster Harrys Strip-Billiard-Fotos. Nur Neider sehen darin einen Coup zur Auflagenerhöhung. In Wirklichkeit ist die Sun auf einer Wohltätigkeitsmission.

Die Fotos schwirrten seit Tagen durch Internet und ausländische Presse. Wer aber keinen Internetanschluss hatte, konnte nicht mitreden. Dabei sei es doch von nationalem Interesse, wenn der Dritte in der Thronfolge mit seinem ungebührlichen Verhalten das Image des Landes beschädigt, so die Sun. Gegen diese Ungerechtigkeit der Informationsverteilung zieht Rupert Murdoch ins Feld. Gleich einem Robin Hood der Mediengesellschaft scheut er keine Risiken, um Fotos und Skandale der Reichen an das Volk zu verteilen.

Bevor der Australier nach Großbritannien kam, führte die Presse ein kümmerliches Dasein. Man denke nur an die 1930er Jahre, als ein anderer Thronfolger ausschweifende Parties in Amerika feierte. Wusste das britische Volk davon? Natürlich nicht. Britische Journalisten hatten nicht den Mumm, sich über die Zensur des Königshauses hinwegzusetzen. Edward VIII. musste am Ende abdanken. Harry wird zur Abkühlung seines heißen Temperaments an den Nordpol geschickt. Das britische Establishment trifft seine Entscheidungen leise, hinter verschlossenen Türen. Presse draußen bleiben!

Bei so vielen Verboten wundert es nicht, dass britische Zeitungen Verluste machten. Über die Jahre hat Murdoch mehrere von ihnen vor dem Untergang bewahrt. Es ist ihm zu verdanken, dass das Volk täglich über die wichtigsten Vorkommnisse informiert wird. Wie wäre wohl die britische Geschichte verlaufen, wenn seine Zeitungen nicht den Camillagate-Skandal aufgedeckt hätten? Hat ein Volk nicht das Recht zu erfahren, dass der Thronfolger lieber ein Tampon in Camillas Schlüpfer wäre?

Dass der Australier mittlerweile über ein Drittel des britischen Zeitungsmarktes kontrolliert, ist der Lohn seiner Mühe. Aber das letzte Jahr war nicht leicht für Rupert Murdoch. Seine Zeitung News of the World wurde unter dem Vorwand geschlossen, dass das Abhören von Telefonen illegal sei. Politiker, mit denen er einst Canapés auf Privatparties teilte, haben sich gegen ihn gewandt. Und die Liste der abgehörten Promis ist so lang, dass auch der erfolgloseste D-Lister darin Platz findet. Einst verhalfen ihnen Murdochs Zeitungen zum Ruhm. Aber statt dankbar zu sein, beschweren sie sich nun über verletzte Persönlichkeitsrechte.

Prinz Harry kann diese Anklage jedoch nicht erheben. Die Sun hat klar gemacht, wer einen Striptease in Las Vegas macht, der Party-Metropole des freien Amerika, hat seine Persönlichkeitsrechte selbst aufgegeben.

Harry, wenn Du wiedermal einen Striptease machen willst, fahr lieber nach Russland oder Myanmar oder Nordkorea. Dort werden Deine Persönlichkeitsrechte respektiert.

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