Dear Mrs. May,

Thank you for your speech about immigration yesterday. I was shocked to hear that there are so many foreign pretend students coming to Britain to work in low-paid jobs, driving up house prices, taking up space in the tube and occupying NHS doctor’s time. Wait a minute! The last doctor I saw was Indian-born. She was very competent and spoke fluent English. It is not just the NHS that relies on immigrants. Could the London transport system survive without its (majority) non-white/non-British workers? Even now it happens, that trains are cancelled, because of staff shortage. Can you imagine rush-hour, if all drivers with immigration background would quit? And last but not least, how low-paid workers drive up house prices escapes me.

Once upon a time there was a great naval power, a highly civilised country, home to many scholars and innovators. But one day its emperor decided to close all borders to the outside world. As a result the country fell back into the dark ages. Its name was China. (Yes, the Chinese ruled the sea before the British and even the Spanish. Europe’s advance in the world might very well be a result of Chinas fatal mistake to isolate itself.) But now China is a rising power again. It has learned its lesson. Will you?

Best Regards

An Immigrant

Seemacht China

Foto aufgenommen 2008 in China auf unserer Reise um die Erde in 330 Tagen.

Sehr geehrte Mrs. May,

vielen Dank für Ihre gestrige Rede über die Folgen von Immigration. Es ist erschütternd, wie viele Pseudo-Studenten nach Großbritannien kommen, um in Niedrig-Lohn-Jobs zu arbeiten. Sie treiben die Hauspreise nach oben, nehmen Platz in der U-Bahn weg und verschwenden die kostbare Zeit der Ärzte. Moment! Die letzte Ärztin, die ich besucht habe, war Inderin. Sie war ausgesprochen kompetent und sprach sehr gut Englisch. Nicht nur das Gesundheitswesen wird von fleißigen Immigranten aufrechterhalten. Ich schätze, die Mehrzahl der Zug- und Busfahrer hier in London fällt nicht in die Kategorie „Weiß/Britisch“. Könnte das Transportwesen ohne sie überleben? Es kommt schon heute vor, dass Züge wegen Personalmangels gestrichen werden. Wie würde wohl der Berufsverkehr aussehen, wenn plötzlich alle Fahrer mit Immigrations-Hintergrund kündigten? Und wie man mit Niedriglöhnen die Hauspreise noch oben treiben kann, leuchtet mir nicht ganz ein.

Einst gab es eine große Seemacht, ein zivilisiertes Land, das Heimat vieler Gelehrter und Erfinder war. Aber eines Tage beschloss sein Kaiser alle Grenzen zur Außenwelt zu schließen, und das Land fiel zurück in ein dunkles Zeitalter. Das Land hieß China. (Ja, die Chinesen beherrschten die Meere, bevor erst die Spanier und dann die Briten die Welt eroberten. Europas Aufstieg ist möglicherweise eine Folge von Chinas Isolationspolitik.) 600 Jahre später ist China wieder eine aufstrebende Macht. Es hat seine Lektion gelernt. Und Sie?

Mit freundlichen Grüßen

Eine Immigrantin

PS: Theresa May ist Großbritanniens Home Secretary und unter anderem verantwortlich für Immigrationspolitik. Am 12. Dezember 2012 hielt sie die Rede „An Immigration System that Works in the National Interest“.

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6 thoughts on “Dear Mrs. May,

    1. Danke fuers retweeten (kann man das so sagen?). Obwohl sich die Rhetorik (noch) nicht gegen westeuropaeische Immigranten richtet, beobachte ich die Entwicklung hier doch mit etwas Sorge. Meine liebsten Erlebnisse hier in London sind naemlich multikulturelle Treffen, bei denen wir in mehreren Sprachen (die ich nicht alle beherrsche) ueber alles moegliche vom deutschen Fussball bis zum indischen Whisky reden. Lieben Gruss aus dem grauen und regnerischen London, Peggy

      1. Hallo Peggy,

        der Retweet (nennen wir ihn mal so) ist gern geschehen. So einige Sachen bei dir sind in meinen Augen allemal ein reblogging wert. Ich werde in den nächsten Tagen intensiver in deinen Beiträgen stöbern. Und dich dann anfragen, ob ein Reblogging erlaubt ist.

        Ein schöenes Wochenende wünsche ich dir

        Liebe Grüße

        Achim

  1. Vielen Dank für diesen Artikel, liebe Peggy, auch von einen Immigranten. Ich berichte mal von Norfolk: Mein Arzt innerhalb des NHS ist Deutscher, die Universität Norwich bekam Weltrang u.a.durch einen Deutschen (Sebald) und in meinem Dorf (600 Einwohner) stammen die Bewohner aus 16 verschiedenen Nationen – allerdings völlig untypisch für die Städte Englands aus Westeuropa, Kanada, Australien, aber keine Einwohner asiatischen oder afrikanischen Hintergrunds. Durch den quasi Zusammenbruch des englischen Sozialsystems halten wir Immigranten das Dorf aufrecht, wir kümmern uns um die Alten, wir halten die alten Mauern aufrecht, haben das verfallene Dorf zu einem der schönsten Englands gemacht und das größte Vogelschutzgebiet Europas wird weitgehend von Europäern (zu denen sich die Engländer nicht zählen) gemanaged. Ich sehe es wie du, liebe Peggy, ohne uns Immigranten würde in England einiges zusammenbrechen. Allerdings muss ich auch sagen, trotz dieser populistischen Rede, dass wir westeuropäischen Immigranten ein hohes Ansehen genießen – vielleicht mit Ausnahme der Norweger, da sie den Nachbarort Wells next the Sea domnierten, als sie diese near shore Windfarms errichteten, die den meisten ein Dorn im Auge sind.
    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Klausbernd

  2. Auweia, da hat sich ja wieder einmal jemand mit Ruhm bekleckert! Interessanterweise habe ich in Deutschland oft in Diskussionen über Einwanderungspolitik (z. B. als seinerzeit die Debatte über die No-Go-Zonen entflammte) den Standpunkt vertreten, dass Großbritannien da durchaus als Vorbild dienen kann. Hier sieht man doch deutlich häufiger ausländisch-stämmige Menschen in allen Lebensbereichen als bei uns. Diese Toleranz scheint sich aber in Zeiten der Wirtschaftskrise wie überall in Wohlgefallen aufzulösen. Schade!

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