Charles Dickens’ London: Smithfield Market

“It was market-morning. The ground was covered, nearly ankle-deep, with filth and mire; a thick steam, perpetually rising from the reeking bodies of the cattle, and mingling with the fog, which seemed to rest upon the chimney-tops, hung heavily above. All the pens in the centre of the large area, and as many temporary pens as could be crowded into the vacant space, were filled with sheep; tied up to posts by the gutter side were long lines of beasts and oxen, three or four deep. Countrymen, butchers, drovers, hawkers, boys, thieves, idlers, and vagabonds of every low grade, were mingled together in a mass; the whistling of drovers, the barking of dogs, the bellowing and plunging of oxen, the bleating of sheep, the grunting and squeaking of pigs, the cries of hawkers, the shouts, oaths, and quarrelling on all sides; the ringing of bells and roar of voices, that issued from every public-house; the crowding, pushing, driving, beating, whooping, and yelling; the hideous and discordant din that resounded from every corner of the market; and the unwashed, unshaven, squalid, and dirty figures constantly running to and fro, and bursting in and out of the throng; rendered it a stunning and bewildering scene, which quite confounded the senses.” (Oliver Twist, book the first, chapter the twenty-first)

Smithfield Market 1824, George Sidney’s ’sketch for a Large Picture, Guildhall Library
Smithfield Market 1824, George Sidney’s ’sketch for a Large Picture, Guildhall Library

„Es war Markttag. Der Boden war mit Schmutz und Schlamm bedeckt, daß man fast bis zu den Knöcheln einsank, und darüber schwebte ein dicker Dampf, der ununterbrochen von rauchenden Viehleibern aufstieg und sich mit dem Nebel vermischte, der wie eine Decke über den Schornsteinkappen hing. An Pfähle gebunden standen zu zweien und dreien lange Reihen von Kühen und Ochsen neben den Rinnsteinen. Bauern, Metzger, Viehtreiber, junge Gauner, Diebe und Landstreicher wogten durcheinander in bunten Haufen. Das Keifen der Weiber, das Bellen der Hunde, das Brüllen und Stampfen der Ochsen, das Blöken der Schafe, das Grunzen der Schweine und das Geschrei der Händler hallte aus allen Ecken und Winkeln wieder. Unrasierte schmutzige Gestalten rannten hin und her, stürzten in das Gewühl hinein und wieder heraus: kurz es war ein sinnverwirrendes abstoßendes Schauspiel.“ (Oliver Twist, Kapitel 21, Übersetzung aus zeno.org)

Smithfield Market

Smithfield Market was still a live-cattle market, when Charles Dickens wrote „Oliver Twist“. Once the market was located at the city boundaries, as the little dragon in front of the Farringdon Road entrance proves. But in the 19th century London had long outgrown its medieval boundaries. For sanitary reasons the market was moved to Islington in 1855. In Smithfield a new market hall was constructed to sell (dead) meat. From 1876 Argentina, Australia, New Zealand and other countries delivered frozen meat to London. Therefore, new cold storage facilities were installed. Hit by one of the last V2 bombs during World War II, the Smithfield Market was re-erected after the war. It was modernised during the 1990s to meet EC-regulations. If you would like to see the market in action, you have to get up early. The sale starts at 3am. On my photo trip past 10am I only met the cleaning personnel.

Als Charles Dickens „Oliver Twist“ schrieb, war Smithfield Market noch ein Viehmarkt. Einst lag der Markt am Stadtrand, wie die kleine Drachenstatue vor dem Farringdon Road Eingang bezeugt. Im 19. Jahrhundert war London schon längst über seine mittelalterlichen Grenzen hinausgewachsen. Deshalb wurde der Markt 1855 aus hygienischen Gründen nach Islington verlegt. In Smithfield wurde ein neues Marktgebäude gebaut, wo fortan fertige Fleischprodukte verkauft wurden. Seit 1876 lieferten Argentinien, Australien, Neuseeland und andere Länder gefrorenes Fleisch, so dass Kühlanlagen installiert werden mussten. Im Zweiten Welkrieg von einer der letzten V2-Bomben getroffen, wurde der Markt nach dem Krieg wieder aufgebaut. In den 1990ern wurde er modernisiert, um die EG-Richtlinien zu erfüllen. Wer den Markt in Aktion sehen möchte, muss früh aufstehen. Der Verkauf beginnt um drei Uhr morgens. Auf meiner Fototour nach zehn Uhr traf ich nur noch das Reinigungspersonal.

Smithfield Market

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8 thoughts on “Charles Dickens’ London: Smithfield Market

  1. Liebe Peggy,
    ich mag Markthallen, sie haben eine besondere Atmosphäre. In Berlin gab es früher in fast jedem Bezirk eine Markthalle. Leider ist das nicht mehr so aber ich werde die Tegel Markthalle demnächst mal betrachten und zeichnen. Danke für die Idee. 🙂
    Einen schönen Restpfingstmontag von Susanne

    1. Liebe Susanne, ich finde Maerkte generell faszinierend. Es ist interessant, zu sehen, wie sich unser Einkaufsverhalten und damit auch die Marktplaetze und -hallen veraendert haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass heute noch Privatleute zum Smithfield Market gehen. Wenn wir auf den Markt gehen, dann auf den lokalen Farmers Market, der Sonntags vormittags stattfindet. Lieben Gruss, Peggy
      PS: Wir haben heute gar keinen Feiertag. Dafuer ist der nachste Montag frei.

      1. Liebe Peggy,
        bei uns sind die Markthallen klein und viel mit Imbißstuben mit Spezialitäten und Wein. Am Samstag Vormittag tobt dort das Leben (steppt der Bär 🙂 ), weil alle den Tag genießen.
        Ich wünsche dir einen schönen Tag Susanne

  2. Vielen Dank für die Bilder und den inforeichen Text 🙂
    Solch ein Markt ist ja eine Welt für sich, die dem Außenstehenden verschlossen bleibt.
    Liebe Grüße von der Küste Norfolks, wo gerade die Sonne vergeblich sucht durchzukommen
    Klausbernd und seine fröhlichen Buchfeen Siri und Selma

    1. Bei uns ist auch alles grau. Deshalb war ich heute vormittag mit dem kleinen Entdecker nicht im Park sondern auf der Cutty Sark, wo auf dem Vorderdeck die Schweine grunzen. Ist schon witzig, was sich Museumskuratoren alles einfallen lassen. Liebe Gruesse zurueck, Peggy

      1. Lieber Klausbernd, Du wirst es nicht glauben: als wir heute morgen zum Kindergarten losgingen, habe ich mir eine Sonnenbrille aufgesetzt und zehn Minuten spaeter im Park wurden wir von einem Hagelschauer ueberrascht. Ich glaube, das Wetter hat die Kalendermonate verwechselt 😉 Aber noch weigere ich mich, die Hoffnung auf den Sommer aufzugeben… Liebe Gruesse an Euch alle, Peggy

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