Reiseerinnerungen: Reise um die Erde in 330 Tagen

Heute vor fünf Jahren packten mein Mann und ich unsere Rucksäcke und reisten ein Jahr lang um die Welt. Unser Reiseblog ist schon lange gelöscht, aber heute gibt es anlässlich des Jahrestages noch einmal einen Reisebericht.

On this day five years ago my husband and I took our backpacks and travelled around the world for a year. Our travel blog has been deleted long since, but here is a quick overview of our journey.

Müritz
Segeln auf der Müritz

Im Juli setzten wir Segel auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Wir starteten in Plau am See, segelten auf dem Fleesensee, sahen Wisente auf dem Damerower Werder, gerieten in den Platzregen auf dem Jabelschen See und segelten ein paar Tage später hart am Wind auf der Müritz.

In July we set sail on Germanys Mecklenburg Lake District. We started in Plau am See, sailed the Fleesensee, spotted European bisons on Damerower Werder, got into lots of rain on Jabelscher See and sailed close to the wind on lake Müritz a few days later.

Safari im Okavangodelta
Safari im Okavangodelta

Im August fuhren wir auf Safari im Okavangodelta. Wir fuhren mit einer kleinen Reisegruppe im Jeep von Moremi bis nach Chobe. Am Tage beobachtenen wir Afrikas fantastische Tierwelt und abends saßen wir am Lagerfeuer und lauschten den Geschichten unserer Reiseführer. Nachts schlich bisweilen eine Hyäne um unsere Zelte.

In August we went on safari in Botswanas Okavangodelta. With a small group and a tour guide we drove from Moremi to Chobe. During the days we discovered Africa’s fascinating wildlife and in the evening we met around the campfire and listened to the stories of our tour guides. During the nights we sometimes heard a hyena sniffling around our tents.

Victoria Falls
Victoria Falls

In Chobe trennten wir uns von unserer Gruppe und setzten nach Sambia über, wo wir uns die beeindruckenden Victoriafälle anschauten.

In Chobe we left our group and crossed the river to Zambia, where we visited the amazing Victoria Falls.

Dassie, South Africa
Dassie auf dem Tafelberg, Südafrika

Bevor wir nach Europa zurückflogen, verbrachten wir einige Tage in Kapstadt. Auf dem Tafelberg trafen wir zum ersten Mal Dassies, deren nächste Verwandte angeblich Elefanten sind. An einem ungemütlichen Regentag fuhren wir zum Kap der guten Hoffnung und starrten über die bleierne See Richtung Antarktis.

Before returning to Europe we spent a few days in Cape Town. On Table Mountain we saw our first Dassies. We drove down to the Cape of Good Hope and stared through the rainy emptiness of the sea towards Antarctica.

Warschauer Altstadt
Warschauer Altstadt

Im September nahmen wir den Zug von Berlin nach Warschau. Wir spazierten durch die schöne Altstadt und besichtigten das Marie-Curie-Haus.

In September we boarded the train from Berlin to Warsaw. We walked through Warsaw’s lovely historic town centre and visited the Marie-Curie-Museum.

Transsibirische Eisenbahn
Transsibirische Eisenbahn

Von dort ging es weiter nach Russland. In Moskau stiegen wir in die Transsibirische Eisenbahn, besser gesagt, in die Transmongolische Eisenbahn. Wir verbrachten einige Tage am wunderschönen Baikalsee. Da mein Mann noch relativ gut russisch spricht (bei mir ist der russische Sprachmodus schon länger eingerostet, zum Glück kann ich es aber noch ganz gut lesen), konnten wir uns mit einigen Leuten unterhalten und einen Eindruck von den Frustrationen über die Arbeitslosigkeit und den damals gerade aktuellen Georgien-Krieg bekommen.

We continued to Moscow, where we took the Transmongolian Railway. We spent a few days at the beautiful Lake Baikal. My husband could still speak Russian fairly well (I seem to have forgotten my speaking mode, but could at least still read it). Therefore, we had some good opportunities to talk to people on the way. We heard about joblessness and of the frustration with the war in Georgia, which just about ended at the time we travelled in Russia.

Terelj National Park, Mongolia
Terelj National Park, Mongolei

Dann ging es weiter in die Mongolei. Wir erkundeten die aufstrebende Stadt Ulan Bator mit ihrem lebensgefährlichen Straßenverkehr, fuhren zum Kloster Manzushir Khiid in Zunmod und übernachteten einige Tage in den Jurten des Terelj Nationalparks.

We continued to Mongolia. We survived Ulan Bators crazy traffic, drove to the monastery Manzushir Khiid in Zunmod and spent a few nights in a yurt in Terelj National Park.

Datong, China
Straßenszene in Datong, China

Ende September erreichten wir Peking. Sieben Wochen lang reisten wir mit Zug und Bus durch das Reich der Mitte, nicht annähernd genug, um dem Natur- und Kulturreichtum des Landes gerecht zu werden. Wir wanderten auf der Großen Mauer, besuchten die historischen Städte Pingyao und Fenghuang, genossen die Ruhe der Yunggang Höhlen, stiegen auf die heiligen Berge von Zhangjiajie und bewunderten die atemberaubende Landschaft der Yunnan Provinz.

We arrived in Beijing end of September and travelled by train and bus through China for seven weeks, not nearly enough for a country with such rich natural and cultural heritage. We walked along the Great Wall, visited the historic towns of Pingyao and Fenghuang, enjoyed the quietness of the Yunggang Caves, climbed the holy mountains of Zhangjiajie and marvelled at the beautiful landscape of Yunnan Province.

Sonnenuntergang über dem Mekong, Laos
Sonnenuntergang über dem Mekong, Laos

Im November flogen wir nach Laos. Von Vientiane reisten wir nach Norden, blieben ein paar Tage in der ehemaligen königlichen Hauptstadt Luang Prabang und fuhren dann nach Phonsavan. Von dort nahmen wir den Bus nach Vietnam. Der Grenzübertritt war zwar ein bisschen abenteuerlich, aber lange nicht so schwierig, wie wir in anderen Reiseberichten gehört hatten.

In November we flew to Laos. From Vientiane we went north, stayed a few days in the former capital Luang Prabang and moved on to Phonsavan. From there we took a bus to Vietnam. The border crossing was a bit adventurous, but not nearly as difficult as we heard about from other travellers.

Vietnamesischer Markt, Hoi An
Vietnamesischer Markt in Hoi An

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns an das langsame Reisen gewöhnt und beschlossen, keinen Gewaltritt nach Hanoi zu machen (so haben wir noch ein paar Reiseziele offen), sondern mit dem Zug nach Süden zu fahren. Wir begannen mit einem Ausflug in die Demilitarised Zone, Schauplatz des Vietnamkriegs. Wir besichtigten die Königsstadt Hué, die Kolonialstadt Hoi An und die Massenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt. Dann fuhren wir durch das Mekongdelta mit dem Boot nach Kambodscha.

At that point we had gotten used to our slow travel speed. Therefore, we did not take the night bus to Hanoi as we initially intended (that leaves some travel destinations open for the future). Instead we took the train south. First, we visited the Demilitarised Zone, the border between North and South Vietnam before the Vietnam War. We continued to the former royal city of Hué, the former colonial seaport Hoi An, and the noisy metropolis of Ho-Chi-Minh-City. From there we travelled into the Mekong-Delta and took the boat to Cambodia.

Angkor-Ruinen in Siem Riep
Angkor-Ruinen in Siem Riep

Phnom Penh ist eine Stadt vieler Gegensätze: der prunkvolle Königspalast neben schmutzigen Seitenstraßen, der nachhallende Terror der Roten Khmer im ehemaligen S21-Gefängnis und die Happy Hour am Boeng Kak See. Von Phnom Penh fuhren wir zu den Tempelruinen von Kompong Thom und Siem Riep, umrundeten den Tonle Sap See mit einem kurzen Aufenthalt im ganz untouristischen Battambang und verbrachten die Weihnachtsfeiertage und Silvester am Strand von Sihanoukville.

Phnom Penh is a city of many shades: the pompous royal palace, the dirty alleys, the reverberant horror of the Khmer Rouge in the former S-21 prison and the happy hour in the backpacker bars of Boeng Kak Lake. After a few days in the city we took the bus to the temple ruins of Kompong Thom and Siem Riep. We stopped in the forgotten city of Battambang before we went on to the beach of Sihanoukville, where we spent Christmas and New Year.

Teeplantage in Malaysia
Teeplantage in Malaysia

Im Januar reisten wir weiter nach Malaysia. Wir waren beeindruckt vom modernen Kuala Lumpur, genossen die Kühle der Cameron Highlands und bummelten durch die Gassen von Penang und Melaka.

In January we flew to Malaysia. We were impressed by modern Kuala Lumpur, rested in the cool climate of the Cameron Highlands and strolled through the alleys of Penang and Melaka.

Chinese New Year in Singapore
Chinesisches Neujahrsfest in Singapur

Wir verbrachten ein paar Tage bei Freunden im sauberen und klimatisierten Singapur, bevor wir den Äquator überquerten und nach Neuseeland flogen.

We stayed a few days with friends in the clean and air-conditioned Singapore, before we crossed the Equator and flew to New Zealand.

Schicksalsberg im Tongariro Nationalpark, Neuseeland
Schicksalsberg im Tongariro Nationalpark, Neuseeland

In vier Wochen durchquerten wir Neuseeland von Norden nach Süden. Wir segelten in der Bay of Islands, sahen Kiwis in Napier, wanderten im Schatten des Schicksalsberges durch den Tongariro Nationalpark, machten eine Gletscherwanderung auf Franz Josef und beobachteten Wale in Kaikoura.

In four weeks we drove from New Zealand’s northern beaches to the southern Fjordland. We went sailing in the Bay of Islands, watched Kiwis in Napier, crossed Tongariro National Park in the shadow of Mount Doom, walked on ice on the Franz Josef Glacier and sighted wales in Kaikoura.

Sonnenuntergang am Uluru, Australien
Sonnenuntergang am Uluru, Australien

Im März ging es weiter nach Australien. Das beeindruckendste Erlebnis war die Fahrt durch die endlose Ebene des Outbacks zum Uluru (von Port Augusta zweieinhalb Tage geradeaus, dann links abbiegen). Von der heißen Wüste des Outbacks fuhren wir zum rauhen Tasmanien, der einstigen Gefängnisinsel Australiens. In unserem zweiten Monat in Down Under fuhren wir eine kleine Runde zwischen Melbourne und Sydney. Wir wanderten in den Australischen Alpen und den Blue Mountains, fanden Gold in Ballarat und verkosteten Wein in Coolangata.

In March we moved on to Australia. The most impressive journey was our drive through the outback to Uluru (from Port Augusta two and a half days straight, then turn left). From the hot desert of Ayers Rock we went to the rugged island of Tasmania, one of the prison colonies of the British Empire. Back on the mainland we drove a small loop between Melbourne and Sydney, hiking in the Australian Alps and the Blue Mountains, looking for gold in Ballarat and tasting wine in Coolangata.

Westküste, USA
Westküste der USA

Anfang Mai flogen wir nach Los Angeles. Wir fuhren auf der berühmten Küstenstraße Highway 1 über San Francisco und Seattle bis nach Vancouver. Für den Rückweg wählten wir die bergige Tour über die Northern Cascades, die Sierra Nevada und das Death Valley.

At the beginning of May we flew to Los Angeles. We drove north along the coast via San Francisco and Seattle all the way to Vancouver. We returned through the mountains of the Northern Cascades, the Sierra Nevada and the Death Valley.

Sonnenuntergang in Mui Ne, Vietnam
Sonnenuntergang in Mui Ne, Vietnam

Von Los Angeles ging es zurück nach Deutschland und anschließend nach London, zurück in unser altes Leben. Wir werden oft gefragt, was uns am besten gefallen hat. Wir können es nicht sagen. Wir würden noch einmal in jedes einzelne Land reisen. Zum Glück haben wir überall ein paar weiße Flecken übrig gelassen. Eines ist jedoch klar: Ein Jahr auszusteigen und um die Welt zu reisen hat uns nicht nur viele unvergessliche Erlebnisse gebracht, sondern auch eine neue Perspektive gegeben.

From Los Angeles we went to Germany and on to London, back to our old lives. Many people have asked us, which country or place we liked most, but we can not tell. We would like to travel to each country again. But we are sure about one thing: to take a year off to travel around the world is one of the most exciting things we have ever done. We have a lot of wonderful memories and see the world through different eyes.

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20 thoughts on “Reiseerinnerungen: Reise um die Erde in 330 Tagen

      1. Und was ich besonders schön finde, ist, dass du schreibst, dass ihr durch die Reisen einen anderen Blick, eine neue Perspektive gewonnen habt. Wir haben auch vor ca. 6 Jahren so eine Auszeit genommen, aber danach war ich trotzdem schnell wieder im alltäglichen Trott angekommen und konnte leider nicht alles an “neuer Perspektive” in den (Arbeits-)Alltag hinüberretten. Aber über die Bilder und Fotos und Erinnerungen freue ich mich auch jedesmal neu. LG Anna

      2. Hallo Anna, meinem Mann geht es wahrscheinlich aehnlich, denn er ist in seinen alten Job zurueckgekehrt. Aber mich hat die Reise zu einem Karrierewechsel inspiriert. Und wahrscheinlich trage ich deshalb dieses “Freiheitsgefuehl” immer noch mit mir herum. Liebe Gruesse aus London, Peggy

  1. Jahrestage sind schon etwas besonderes. Der Reiseblog gelöscht, von dir jetzt in die kurze Form gebracht – wunderbar. Weiße Flecken kann man brauchen 🙂
    Alles Liebe – Uta

  2. So toll, das alles noch mal im Zeitraffer zu lesen. Schon witzig, dass wir außer NZ, OZ uns Südkalifornien so völlig unterschiedliche Länder und Gegenden bereist haben. Aber du hast natürlich Recht, alles was damals nicht dran kam steht auf jeden Fall für später noch auf dem Plan!

    1. Ja, so gross ist die Welt. dabei bist Du noch viel laenger gereist als wir. Ich fuerchte, selbst, wenn wir uns zusammen tun, bleiben noch viele weisse Flecken uebrig. Aber ist ja auch schoen. Sonst gaebs ja nichts mehr zu entdecken.

  3. Liebe Peggy, solche Erinnerungen sind sehr kostbar und, ich denke, dass sie mit fortschreitendem Alter noch wichtiger werden. Dein toller Bericht hat auch bei mir positive Emotionen, vergangene Reisen betreffend, hervorgerufen und ein gewisses Prickeln ist spürbar geworden! L.G. Martina

    1. So nah, dass nicht mehr auf die Linse passte (ein Teleobjektiv, zugegeben). Er stand ein paar Meter entfernt am Strassenrand. Wir hatten einen sehr erfahrenen Guide, der gut abschaetzen konnte, wieviel Sicherheitsabstand angebracht war und wann es sicher war anzuhalten. Mit Elefanten ist ja nicht immer zu spassen. Lieben Gruss aus dem mal wieder grauen London, Peggy

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