London Sea Life: Wenig Aquarium für viel Geld

Unser Kleiner Entdecker hat begonnen, sich für Meerestiere zu interessieren. Er wünscht sich so gern ein Walross, aber leider ist unsere Badewanne zu klein. Also dachte ich mir, machen wir doch mal einen Ausflug zum Londoner Aquarium. Ja, der Eintrittspreis ist trotz Online Discount mit über 18 Pfund (über 13 Pfund für Kinder) kein Schnäppchen. Aber so ein Aquarium-Besuch ist schließlich auch ein eindrucksvolles Erlebnis. Mein Mann und ich haben auf unseren Reisen um die Welt gerne Aquarien besucht und nun sollte auch der Kleine Entdecker einmal in diesen Genuss kommen.

Our Kleiner Entdecker has a new interest: sea life. He would love to have a walrus, but unfortunately our bath tub is too small. As an alternative I suggested a visit to the London Aquarium. Yes, the ticket price is even after the online discount very expensive (adults pay over 18 Pounds, children over 13 Pounds). But a visit to the Aquarium is after all a spectacular experience. My husband and I loved to visit Aquariums on our travels around the world. And now our Kleiner Entdecker should know what it’s like too.

London Sea Life Aquarium

In einer Metropole wie London ist man ja nie allein. Deshalb beschlossen wir, erst um drei Uhr nachmittags zum Aquarium zu fahren, weil bei den meisten Sehenswürdigkeiten der Andrang um diese Zeit nachlässt. Ich weiß nicht, wie voll es vormittags ist, aber die Menschenanzahl, die sich durch die teilweise sehr schmalen Gänge drängte, war teilweise bedrückend. Den Kleinen Entdecker, als erprobtes Kindergarten- und Schulkind, störte das wenig. Er bahnte sich überall ganz souverän einen Weg in die erste Reihe. Weil die Informationstafeln äußerst kurz gehaltenen sind, musste ich Fragen wie „Spuckt ein Drachenfisch Feuer?“ oder „Warum weint denn der Hai?“ mit einer großen Portion Fantasie beantworten. Das hätte man sicherlich interessanter und interaktiver gestalten können. Aber da die Informationstafeln ohnehin die meiste Zeit hinter den dicken Menschentrauben versteckt sind, wäre das wohl eine unnötige Investition gewesen.

In a metropolis as big as London you can never expect to be alone. Therefore we decided to go after 3pm, because then the crowds at many attractions start to recede. I don’t know how crowded the place was I the morning, but the mass of people squeezing through the narrow corridors was sometimes quite oppressive. Kleiner Entdecker was not bothered at all. As experienced nursery and school child he always found a way to the front line. Unfortunately, the information on the panels was very short. Therefore I had to answer questions like “Can a dragon fish breath fire?” or “Why is the shark crying?” with a big portion of fancy. That could certainly have been designed more interestingly and interactively. But as the information panels were most of the time anyway hidden by the crowd they might have deemed that an unnecessary investment.

London Sea Life Aquarium

Zumindest gab es einen kleinen Hands-on-Bereich, wo Kinder einen Seestern streicheln durften. Die Seestern-Pflegerin versicherte uns, dass die Tiere regelmäßige Pausen hätten, um sich von dem Stress zu erholen.

At least there was a small hands-on area, where children were allowed to touch a sea star. The sea-star keeper assured us that the animals had regular breaks to recover from the stress.

London Sea Life Aquarium

Das große Ereignis ist natürlich der Tunnel unter dem riesigen Wasserbecken, in dem sich Haie, Rochen und Schildkröten tummeln. Mit einer markerschütternden Stimme ermutigte die Aufseherin alle Besucher, die Fast-Lane durch den Tunnel zu nehmen (also nicht etwa stehen bleiben und gucken). Aber das kam für uns natürlich nicht infrage. Ein Besuch im Aquarium ist für mich auch immer ein Stück weit die Entdeckung der Langsamkeit. Ich kenne nichts Beruhigenderes als vor einem Aquarium zu stehen und zu beobachten, wie die Fische schwerelos durch das Wasser gleiten. Allerdings ist der Tunnel im Londoner Aquarium eher ein kleines Ereignis, denn schon nach wenigen Schritten steht man wieder im dunklen, engen Gang.

The greatest event of the visit is of course the tunnel underneath the large water basin with its big sharks, skates and turtles. The attendant encouraged the visitors with a bloodcurdling voice to use the fast-lane (no stopping and looking). But that was out of the question. A visit to the Aquarium is to some extent a discovery of slowness. I know nothing more calming than standing in front of an aquarium and watching the fishes go by in their elegant and seemingly weightless manner. But, the tunnel at the London Aquarium is rather a short event. After only a few steps you are out into the dark, narrow corridor again.

London Sea Life Aquarium

Was ich außerdem vermisst habe, war eine spezielle Ecke für einheimisches Seegetier. Ich finde nämlich, dass die Qualität eines Aquariums nicht durch die Anzahl der Haie bestimmt wird, sondern durch die Fähigkeit, die Besucher durch interessante Informationen in den Bann zu ziehen, sodass sie anschließend die Natur vor der eigenen Haustür besser schätzen lernen.

Another thing I missed was a section about native sea life. In my humble opinion, the quality of an Aquarium cannot be measured in the number of sharks they display, but by engaging visitors through interactive information and to increase the interest for domestic nature.

London Sea Life Aquarium

Ihr habt es sicher schon aus meinen Worten gehört: Der Kleine Entdecker hatte seinen Spaß (und das war der Hauptgrund für unseren Ausflug), aber mein Mann und ich waren enttäuscht. Wir haben schon viele bessere Aquarien für weniger Geld besucht. Leider sind Kuala Lumpur, Sydney und Vancouver für einen Tagesausflug zu weit entfernt.

Well, I think you get the picture: Kleiner Entdecker had a lot of fun (and that was the main purpose of our trip), but my husband and I were rather disappointed. We have seen better Aquariums for less money. Unfortunately, Kuala Lumpur, Sydney and Vancouver are not around the corner.

London Sea Life Aquarium

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19 thoughts on “London Sea Life: Wenig Aquarium für viel Geld

  1. anglogermantranslations says:

    Ja, die Menschen(Touristen-)massen in London sind ein Problem und auch die horrenden Eintritttspreise. Bin ich froh, dass ich die meisten Attraktionen vor tausend Jahren gesehen habe, als Eintritt noch bezahlbar bzw. sogar frei (Kirchen) war. Und jetzt nichts wie weg – London sieht mich so bald oder vielleicht auch nie wieder. Dabei wollte ich ihm doch eigentlich nach so langer Abstinenz mal wieder eine Chance geben. Zum Glück für den kleinen Entdecker gibt es ja so viele interessante Naturfilme von National Geographic und BBC, sogar auf Youtube. Oder Mr. Poppers Pinguine – so ein klitzekleiner Pinguin würde doch sicher in Eure Badewanne oder Euren Künlschrank passen?

    1. entdeckeengland says:

      So ein Pinguin kann ja auch sehr nützlich sein, wie ich in Andrey Kurkovs “Death and the penguin” gelernt habe. 🙂
      In London ist es zweigeteilt. Es gibt teure Attraktionen, aber dafür gibt es hier auch Weltklasse Museen und Galerien, die kostenlos sind. Mit Videos gehen wir noch sehr sparsam um. Lieber schauen wir uns lebende Tiere an, und das kann auch noch eine kostenlose Mudchute Farm sein.

  2. Martina Ramsauer says:

    Liebe Peggy, es ist ja gut, dass es deinen kleinen Entdecker gefallen hat in diesem Acquarium und er mit diesen speziellen Tieren in einen gewissen Kontakt kommen konnte. Ich persönlich denke an die wunderschönen Abende in den grossen Naturparks in Südafrika, wo wir die langsam vorbeiziehenden Elefanten bewundern konnten und wo die Hippos sich in den Flüssen badeten oder auf den nahegelegenen grünen Flächen grasten. Natürlich besuchten wir dort auch eine Pinguinkolonie. L.G. Martina

  3. buchpost says:

    Trotzdem schön, dass der kleine Entdecker seine Freude hatte. Toll, dass ihr bei solchen Touren auch die “Entdeckung der Langsamkeit” und damit das Hinschauen, Hinhören einübt. Ich finde es immer so schade, wenn ich Kinder durch irgendwelche Tierparks rasen sehe, die nur schreien, an den Käfigen rütteln, die Tiere am liebsten piesacken würden und letztlich gar nichts sehen. LG Anna

    1. entdeckeengland says:

      Oje, so etwas gibt es? Ich schätze wir gehören eher zur Gruppe der Genießer. Bei all unseren Sightseeing Touren, egal ob Kultur oder Natur, gehen wir eher langsam vor. Ein Kind hat ja auch noch so wahnsinnig viele Fragen, die uns gar nicht mehr einfallen würden. Da entdeckt man alles nochmal ganz neu. Lieben Gruß, Peggy

  4. Maren Wulf says:

    “Ich finde nämlich, dass die Qualität eines Aquariums nicht durch die Anzahl der Haie bestimmt wird…” – köstlich! Ich liebe deine Museumsreportagen, Peggy. Schön, dass der Kleine Entdecker trotzdem Spaß hatte. Besonders das letzte Foto ist einfach schnuckelig.

  5. Sandra Parsons says:

    Ja, teuer fand ich das SeaLife auch, aber wir hatten damals einen 2-for-1 pass von National Rail, das war schon erträglicher. Außerdem habe ich es auch nicht sooo voll in Erinnerung, vielleicht ist die Mittags(schlaf)zeit da etwas günstiger? Aber wenigstens ist der Kleine Entdecker auf seine Kosten gekommen, das ist doch schon mal was wert 🙂 Ganz liebe Grüße, Sandra

    1. entdeckeengland says:

      Das mit den Zeiten müssen wir wohl noch ausprobieren. Ein 2 for1 Ticket mit dem Zug ist natürlich eine gute Idee. Wir sind mit dem Boot gefahren, weil es für uns bequemer ist. Aber vielleicht gibts ja andere Attraktionen, bei denen das gut passt. Du brauchst ja jetzt nicht mehr ins Aquarium zu fahren 🙂 lieben Gruß, Peggy

  6. Bernd P. says:

    Hallo Peggy,
    wart Ihr auch schon im National Marine Aquarium (http://www.national-aquarium.co.uk) in Plymouth? Ich , meine Frau und unsere Kinder waren dort 2012 und waren begeistert.
    Ich habe nun aber keine Vergleichsmöglichkeiten wie Du, aber ich glaube das es auch für Euch interessant ist. Na ja es ist auch nicht gerade günstig, aber für mein Verständnis ist der Preis gerechtfertigt, wenn ich alleine an die riesigen Becken zurückdenke. Auch im Selbstbedienungsrestaurant (mit herrlichem Blick auf den Hafen) hatten die Kinder ein zweistöckiges Spiel und Kletterparadies. Und beim verlassen des Gebäudes Richtung Parkplatz (wir sind rund ums Gebäude gegangen, weiß nicht ob es anders auch geht) ist dort Richtung Werft oder Fabriken ein kleiner Imbisswagen der uns den besten Hamburger und HotDog servierte den ich in England bekam. Günstig und verdammt gut, sogar meine Frau war begeistert, und das sagt schon etwas aus.
    Lg, Bernd

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