Der Kleine Entdecker: Mammute im Natural History Museum

Habt Ihr schon mal Mammute gesehen? Ich meine natürlich keine lebenden. Schließlich sind die haarigen Cousins unserer heutigen Elefanten seit Jahrtausenden ausgestorben. Aber das Natural History Museum hat in diesem Sommer Mammute und andere Eiszeitriesen in einer Sonderausstellung zum Leben erweckt.

Have you ever seen a mammoth? I don’t mean a living one, of course. The hairy cousins of today’s elephants are extinct after all. But the Natural History Museum has more or less resurrected mammoths and other ice age giants in a special exhibition this summer.

Mammoth

Nachdem sich die Türen der Ausstellung geschlossen hatten, standen wir in einem dunklen Raum. Vor uns, auf einer Leinwand, sahen wir London. Dann drückte irgendjemand auf den Knopf, der die Zeitmaschine startete. Die Hochhäuser Londons wichen zuerst mittelalterlichen Häusern und später Holz- und Lehmhütten. Dann gab es keine Anzeichen menschlicher Besiedlung mehr. Wälder wuchsen in die Höhe und verschwanden wieder. Sie hinterließen eine ausgedehnte Graslandschaft. Und da tauchten sie plötzlich auf: Mammute.

After the doors to the exhibition closed we stood in a dark room. On a big screen in front of us we saw London. Then someone seemed to press the button of the time machine. London’s modern buildings made way first for medieval houses and later for ancient huts. Then all traces of human settlement disappeared. A forest grew and vanished again to leave vast grassland. And suddenly they appeared: mammoths.

replica of a mammoth digging site

Direkt unter der Leinwand befand sich eine nachgebildete Ausgrabungsstelle. Den Körper konnte man anhand der halb verdeckten Knochen kaum erkennen. Aber der Schädel mit den gewaltigen Stoßzähnen war ein echter Blickfang. Und das Beste war: Ich durfte sie sogar anfassen! Das hier war keine der traditionellen Ausstellungen mit nichtssagenden Artefakten in seelenlosen Vitrinen und großen Hinweisschildern „Bitte nicht berühren!“.

Directly below the screen was the imitation of an archaeological digging. With half buried bones it was not easy to make out the body. But the skull and the massive tusks were a real eye catcher. And the best thing was: I could touch them! This was not one of the classic exhibitions with meaningless exhibits in soulless glass cabinets and big signs “Do not touch!”.

evolution of the mammoth

Hinter der nächsten Ecke stand ich plötzlich vor einem Tier, das aussah wie ein prähistorisches Schwein. Mama faselte irgendetwas von Evolution. Und als ich kurz dahinter andere Exemplare entdeckte, bei denen die Rüssel immer länger wurden, erkannte ich: Mammute sind aus Schweinen entstanden (oder zumindest stammen sie von Tieren ab, die Schweinen ziemlich ähnlich sahen).

Behind the next corner I found myself suddenly in front of something that looked like a prehistoric pig. Mummy prattled something about evolution. And when I saw the next specimen and realised how their trunks became longer and longer I realised mammoths originated from pigs (or at least something that looked pretty much like them.)

Säbelzahntiger

In der Ausstellung ging es wie schon erwähnt nicht nur um Mammute, sondern um Eiszeitriesen. Deshalb schlich sich plötzlich auf einem Felsen über mir ein Säbelzahntiger an, sein Maul weit aufgerissen, um mich mit seinen spitzen Zähnen zu beeindrucken. Zum Glück war es nur eine Nachbildung. Mit einem hungrigen Säbelzahntiger war ganz sicher nicht zu spaßen.

As I mentioned already, the exhibition was not just about mammoths, but about ice age giants. So suddenly a sabre-toothed tiger crept up on a rock above me, his jaw wide open to impress me with his sharp teeth. Luckily it was just a replica. I’m sure it was no fun to meet a hungry sabre-toothed tiger.

Small-faced bear

Gleich daneben lauerte schon das nächste Raubtier. Ein gigantischer Bär hatte sich auf seine Hinterbeine erhoben. Die Eiszeit war wirklich kein Zuckerschlecken. Überall musste man auf der Hut sein, um nicht als Appetithappen zu enden. Und Raubtiere waren nicht die einzigen Gefahren. Die Perle der Ausstellung war das Mammutbaby Ljuba, das, kaum einen Monat alt, in einen Sumpf gefallen war und dadurch komplett erhalten blieb, bis es von Viehhirten in Sibirien entdeckt wurde. Ljuba war natürlich eines der wenigen Exponate, das man nicht anfassen durfte. Sie wird in einem Glaskasten aufbewahrt, wo man das Klima so steuern kann, dass sie uns möglichst lange erhalten bleibt. Fotografieren durfte man sie leider auch nicht. Aber für alle, die sich für Ljuba interessieren, gibt es ein interessantes Video auf YouTube.

Just a few steps on waited the next predator: a giant bear stood on his hind legs. The ice age was certainly no walk in the park. You always had to be on the watch if you didn’t want to end as an appetiser. And predators were not the only danger. The highlight of the exhibition was the mammoth baby Lyuba, which, barely a month old, had fallen into a swamp, where it was completely preserved until herdsmen found her in Siberia. Lyuba was of course one of the few exhibits we were not allowed to touch. She is kept in a glass cabinet where the climate can be controlled to preserve her as long as possible. It was also not allowed to take pictures of her. But if you are interested in Lyuba you will find a very interesting video on YouTube.

Warum sind Mammute ausgestorben?

In den letzten Jahrzehnten haben Archäologen viel Neues über Mammute und andere Eiszeittiere erfahren. Denn aufgrund der globalen Erwärmung tauen im Sommer immer größere Flächen im hohen Norden auf und geben Fossilien aus der Eiszeit frei. Eine Frage konnte jedoch noch niemand endgültig beantworten: Warum sind Mammute ausgestorben? Viele Forscher gehen davon aus, dass ein Klimawandel dazu geführt hat, dass die weiten Graslandschaften, der Lebensraum der Mammute, langsam verschwanden. Aber es gibt auch Hinweise, dass der Mensch seinen Anteil zum Aussterben beigetragen hat, genauso wie ja auch die heutigen Cousins der Mammute, die Elefanten, in vielen Regionen der Welt um ihr Überleben fürchten müssen.

During the last decades archaeologists have learned a lot about mammoths and other ice age animals. Because of global warming ever larger areas in the north are thawing during summer, releasing new fossils from the ice age. But one question hasn’t been definitely answered yet. Why did mammoths become extinct? Many scientists believe that climate change led to the disappearance of the grasslands, the habitat of the mammoths. But there is also evidence to suggest that humans had their share in the death of the species, just like today’s elephants are still fighting for survival in some parts of our world.

Elefanten

Leider endet diese Ausstellung schon am 7. September. Aber dennoch wollte ich Euch von diesem eindrucksvollen Erlebnis berichten. Ihr könnt Euch sicher denken, was mein neuer Berufswunsch ist: Archäologe.

Unfortunately the exhibition ends on 7th September. Notwithstanding I wanted to tell you about my great experience. You can probably imagine what I would like to become now when I grow up: an archaeologist.

Mammoth skull

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13 thoughts on “Der Kleine Entdecker: Mammute im Natural History Museum

  1. Wir waren auch im Natural HM und es waren so unglaubliche Schlangen vor der Ausstellung, leider, aus diesem Grund haben wir die Mammuts nicht gesehen – wir hätten uns wohl doch anstellen sollen, wenn ich diese Bilder sehe 😉
    Toller Bericht, herzlichen Dank!

    1. Wie schade. Ja, das NHM ist ein beliebtes Museum und man muss oft anstehen. Wir sind durch den Nebeneingang ins Museum gegangen. Dort ist die Schlange meist kürzer. Wir haben aber auch eine Viertelstunde gewartet. Vor der Ausstellung selbst war es leer. Aber als wir danach noch zu den Dinosauriern wollten, war die Schlange so unglaublich lang, da hätte man wohl übernachten müssen.

  2. Dem Wow schließe ich mich gern an, Peggy. Es klingt verlockend, da ich solche Themen und besonders die kreative Umsetzung mag und was Du dazu geschrieben hast, macht neugierig.
    Lieben Gruß
    Stefan

  3. Liebe Peggy, lieben Dank für deinen Beitrag, oder der von deinem kleinen Entdecker, der uns in die Zeit der Mammute zurückführt und in dieses beeinduckenden Museum, wo ich vor allem die Dinos in Erinnerung habe. L.G.

  4. Ach, seufz, in deinem Bericht erkenne ich mich wieder als junges Mädchen, das sich brennend für die Urzeit interessierte. Ich wollte immer Archäologin werden und hab es mir ausreden lassen, weil es brotlose Kunst sei. Das ist vielleicht auch nicht ganz falsch, aber immer, wenn ich daran denke, dass ich meinen Traum nicht verfolgt habe, löst das bei mir Wehmut aus…

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