Sprachlos

Britain votes for Brexit, Remain-Campaign wants second referendum

Eigentlich wollte ich heute meinen nächsten Artikel über Queen Victoria veröffentlichen. Der Beitrag ist fast fertig, aber nach dem Abstimmungsergebnis muss ich erstmal Abstand gewinnen und bin vorerst nicht in der Lage, daran weiterzuarbeiten.

Ich kann nicht behaupten, dass die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, für mich überraschend kam. Die „Remain“-Kampagne hat es leider nicht geschafft, eine positive europäische Vision zu entwickeln und hat durch die Verbreitung von Horrorszenarien in Kombination mit Drohgebärden bei Vielen, die noch unentschieden waren, vermutlich eher eine Trotzreaktion ausgelöst.

Dennoch bin ich zutiefst betroffen. Es ist erstaunlich, wie sehr Hoffnung, so winzig sie auch erscheint, das Seelenleben zu beruhigen vermag. Nun, da es keine Hoffnung mehr gibt, dass sich die Mehrheit doch noch für die EU entscheidet, fühle ich mich – ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll – entwurzelt. Und das, obwohl ich mich nie für einen sehr verwurzelten Menschen gehalten habe.

Persönlich wird sich für uns sicherlich nicht sofort etwas ändern. Aber die langfristigen Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Für alle Menschen, die bislang nach EU-Recht hier in Großbritannien leben, beginnt nun eine lange Phase der Unsicherheit. Wie sich das auf mein Gefühlsleben und diesen Blog, der mir doch sehr ans Herz gewachsen ist, auswirkt, wird sich zeigen.

Vielleicht ist die Zeit gekommen, Segel zu setzen und neue Ufer zu erkunden.

Ramsgate harbour
Hinterm Horizont geht’s weiter: Ramsgate
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47 thoughts on “Sprachlos

  1. nurmalich says:

    Auch wir habenmit Spannung und Bangen die Ergebnisse verfolgt. Jubel ist nicht ausgebrochen. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das für Ausländer in England auswirkt.

      1. entdeckeengland says:

        Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber aus Erfahrung weiß ich, dass die Angst vor Zuwanderung aus der EU völlig irrational ist. Die Briten brauchen eigentlich Zuwanderung, um die Infrastruktur am Laufen zu halten.

      2. Pit says:

        Genau dieselbe Irrationalitaet haben wir in Deutschland und in den USA, geschuert von verantwortungslosen Radikalen. Aber dadurch, dass es nicht nur GB betrifft, wird es auch nicht besser. Nur schlimmer, weil viel zu viele diesen Rattenfaengern glauben.

      3. entdeckeengland says:

        Ja, es ist traurig und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Das hat mich heute so ein bisschen in eine Sinnkrise gebracht. Dass ich außerdem noch eine Erkältung ausbrüte, ist auch kein Stimmungsheber. Deshalb gehe ich jetzt mal ins Bett und hoffe, dass die Dinge morgen wieder ein bisschen besser aussehen. Liebe Grüße, Peggy

  2. Stift und Schrift says:

    Es liegt sicher nicht nur an David Cameron, aber wer jahrelang bei jeder Gelegenheit gegen die EU wettert, um sich dann “auf den letzten Drücker” vehement für einen Verbleib in der EU einzusetzen und die Vorteile einer Mitgliedschaft nicht genug herausstellen kann, der ist nicht gerade glaubwürdig. – Ich kann gut nachvollziehen, dass Du das Abstimmungsergebnis jetzt erst einmal verdauen musst und Zeit zur (Neu-)Orientierung brauchst.

      1. anglogermantranslations says:

        Dass die Schotten das wollen, ist ja klar. Aber gab es bei dem Unabhängigkeitsreferendum nicht die Bedingung, das Ergebnis sei unumkehrbar? Ich glaube, mich dunkel daran zu erinnern. Auf jeden Fall konnten die Schotten ja nicht ahnen, dass es zum Äußersten kommen würde.

      2. Pit says:

        Unumkehrbar ist es nicht unbedingt, zumal es zwar das Referendum gegeben hat, es aber das Parlament ist, dass das Austrittsgesuch erst noch beschließen muss. Das Referndum hat, egal was vorher gesagt wurde, nur empfehlenden Charakter. Und im Parlament haben die Gegner des Brexit eine ziemlich Mehrheit. Trotzdem wage ich zu bezweifeln, dass das Parlament nicht für den Brexit stimmt. Aber Wilson, der damalige Premier, hat es m.W. beim Beitritt vorgemacht.

  3. Achim Spengler says:

    Traurig das alles. An Horrorszenarien haben es aber beide Seiten nicht mangeln lassen.
    Das Schlimme an den Erwartungen der Brexit Befürworter ist aber, dass die Sehnsucht nach der Vergangenheit diese nicht mehr zurückholen kann. Insofern wird das Erwachen aus diesem Traum für so manchen ein schlimmes sein.
    Meine Liebe zu England ist jedoch davon nicht betroffen. Vielleicht werde ich in Zukunft einen Reisepass benötigen, so what 🙂 Ich werde keine neuen Segel setzen müssen und ich fände es schade, wenn du diesem Land den Rücken kehren solltest. Vielleicht habe ich das aber auch nur falsch verstanden.

    Liebe Grüße

    Achim

    1. Pit says:

      Hallo Achim,
      Deinen Kommentar hier kann ich mich nur anschließen. Der Schock sitzt tief bei mir. Ich hoffe nur, dass diese ganze Misere irgendwann doch noch zu einem guten Ende führt, auch wenn ich (jetzt) nicht sehe wie.
      Liebe Grüße,
      Pit

      1. Achim Spengler says:

        Ich sehe da auch auf lange Sicht keine für beide Seiten verträgliche Lösung. Ich werde es nicht mehr erleben, so fürchte ich, wenn eine zukünftige Regierung Beitrittsverhandlungen mit einer EU führen sollte.
        Liebe Grüße

        Achim

    2. entdeckeengland says:

      Danke, lieber Achim. Ich glaube nicht, dass man uns nach 12 Jahren vor die Tür setzt. Meine Bedenken gehen eher in die Richtung, dass die Wirtschaft sich verschlechtert und es hier keine Perspektive mehr gibt. Aber momentan ist es noch zu früh, um abzuschätzen, was passiert. Liebe Grüße, Peggy

  4. nomadenseele says:

    Mein Gott, wenn man schon 5 Jahre in GB wohnt und das nachweisen kann, beantragt man eben die britische Staatsbürgerschaft. Die nicht ganz Verschlafenen haben das wahrscheinlich eh schon gemacht.

    Ich hätte zwar auch ein Problem damit, einen Eid auf die Trulla abzulegen, aber dann denkt man sich eben *Fuck you*, während man die Worte spricht und alles ist vorbei. Noch kann man die deutsche Staatsangehörigkeit dabei ja behalten.

    1. entdeckeengland says:

      Mir scheint, Du hast nicht verstanden, worum es mir ging. Aber um auf Deine Argumente einzugehen: Ich kenne keinen EU-Bürger – verschlafen oder nicht – der die britische Staatsbürgerschaft beantragt hat außer für die hier geborenen Kinder. Das liegt an zwei Gründen, erstens war es aufgrund des EU-Recht nicht wirklich nötig. Besonders Deutsche haben, wenn es ums Reisen geht, einen viel wertvolleren Pass (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen), und zweitens ist es nicht ganz billig ( bis auf für hier geborene Kinder). Davon abgesehen bleibt uns dieses Recht – Brexit or no Brexit – erhalten.

      Würde ich so denken wie Du – was ich nicht tue – würde es mir niemals in den Sinn kommen, die britische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Wozu, wenn ich diesem Land keinen Respekt entgegenbringen kann?

      Ob wir die britische Staatsbürgerschaft beantragen oder nicht, hängt für mich von ganz anderen Faktoren ab. Niemand zwingt mich hier zu bleiben. So gerne ich bislang hier gelebt habe, wenn ich hier keine Perspektive sehe, weil z.B die Wirtschaft zusammenbricht oder die Ausländerfeindlichkeit zunimmt (wovor uns die britische Staatsbürgerschaft nicht unbedingt schützt), gehe ich. Und auch ganz unabhängig vom Brexit kann es immer sein, dass sich anderswo neue spannende Perspektiven öffnen. Ich bin, wie bereits erwähnt, kein sonderlich verwurzelter Mensch. Ich folge gerne meinen Träumen, wo auch immer sie mich und meine Familie hin führen. So lange ich mir selbst nicht sicher bin, wie lange ich hier bleiben möchte, will ich eine solche Entscheidung nicht treffen.

      Der Grund, dass mich das Ergebnis des Referendums emotional sehr betroffen hat, ist natürlich zum Teil eigennützig, weil es vieles erschwert (z.B brauchen wir eine Arbeitserlaubnis? Etc) Aber vor allem bin ich traurig, weil ich dieses Land sehr mag und weil ich es schade finde, dass Populisten, genau wie in anderen Ländern auch, etwas zerstören und ihnen so viele Menschen oft aus Naivität auf den Leim gehen.

      1. nomadenseele says:

        ass Populisten, genau wie in anderen Ländern auch, etwas zerstören und ihnen so viele Menschen oft aus Naivität auf den Leim gehen.

        -Zerstören es nicht die Politiker anderer Parteien`? Die einen Herrn Draghi zum EZB-Chef gemacht haben, der als Europachef von Goldman Sachs dabei half, Griechenlands Finanzen zu fälschen? Politiker wie die Grünen, die Griechenland auf Gedeih und Verderb im Euro haben wollte, da das Land der Ursprungsort der Ursprungsort der europäischen Kultur wäre?

        Zerstören nicht Politiker wie Junker die EU? Er hat als Regierungschef dafür gesorgt, dass Luxemburg Millardenbeträge an Steueraufkommen an den anderen EU-Staaten vorbeischmuggeln konnten.

        Sind es nicht die Politiker, die die Verträge nicht einhalten, die sie selbst beschlossen haben, welche die EU zerstören?

        Sind es nicht die Politiker, welche die Außengrenzen nicht schützen können, welche Schengen zerstören.

        Es sind nicht die Populisten, welche die EU zerstören, sondern die ganz normalen Politiker. Die Populisten sind bestenfalls ihre Vollstrecker.

        Und zur Staatsbürgerschaft: Was man hat hat man und wenn man ein Recht darauf hat, soll man es sich auch nehmen. Ich mag GB sehr, aber bedeutet nicht, dass ich an irgendwelche von Gott begnadete Blaublüter glaube. Deswegen würde ich einen Eid schwören, der mir nichts bedeutet – den Rest vom Land mag ich ja.

      2. nomadenseele says:

        Noch etwas zu den Populisten und der Ausländerfeindlichkeit:

        Es waren die etablierten Politiker in GB, welche auf eine Osterweiterung drängten, als Gegengewicht zu Deutschland. Sie waren es auch, welche die Freizügigkeit für die ersten Jahren nicht beschränkten, im Gegensatz zu Deutschland.

        Wer hat euch Ausländer in GB nun reingeritten – die etablierten Parteien oder die Populisten? Wer hat den Hass WIRKLICH forciert?

      3. nomadenseele says:

        Besonders Deutsche haben, wenn es ums Reisen geht, einen viel wertvolleren Pass (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen),

        – Das eine schließt das andere ja nicht aus, man kann EU-Staatsbürgerschaften sammeln wie Briefmarken, wenn man lustig ist.

  5. Pit says:

    Hallo Peggy,
    ich kann Dich so gut verstehen. Auch bei mir sitzt der Schock tief. Insgeheim hatte ich dieses Votum zwar befürchtet, aber nun, da es wirklich so gekommen ist, sitzt der Schock doch tief. Ich sehe das natürlich weniger im Hinblick auf die Auswirkungen in Großbritannien als auf die in der EU und in der Welt. Und die sehen, wenn man nach den ersten Meldungen geht, ja enorm negativ aus. Ob das Alles wirklich zu einem guten Ende führt? Wir können es nur hoffen.
    Ich wünsche Dir, das diese ganze Misere keine allzu negativen Langfristfolgen für Dich hat. Good luck!
    Liebe Grüße,
    Pit
    P.S.: Und bleibe uns bitte erhalten mit Deinen Beiträgen hier im Blog über ein Land, das ich nach wie vor schütze.

    1. entdeckeengland says:

      Danke, lieber Pit. Ich war ehrlich gesagt erstaunt, wie sehr es mich doch emotional betroffen hat, das Ergebnis zu lesen, obwohl ich es eigentlich auch erwartet hatte. Dabei geht es gar nicht nur um meine persönliche Situation. Ich fürchte, dass die EU-Skeptiker auch anderswo dadurch noch Auftrieb bekommen und dass es in Europa ungemütlich wird. Aber vielleicht sehe ich im Moment auch zu schwarz. Liebe Grüße, Peggy

  6. RuleBritannia says:

    Hallo Peggy,

    ich sehe das alles erst mal nicht so negativ. Die Engländer waren doch eh nicht so involviert, die haben keinen Euro und sind nicht Schengen Mitglied. Ich habe lange vor der EU Zeit bei British Airways gearbeitet und da fand ich in England nichts schlimmer. Bin ja auch schon fast 30 Jahre mit einem Engländer verheiratet. Mein Fazit ist:
    Die Engländer waren schon immer etwas anders als wir. Aber gerade deswegen liebe ich sie!
    Lieben Gruß aus dem sonnigen und heißen Charleston, USA
    Heike

    1. Pit says:

      Hallo Heike,
      was das genau für Peggy persönlich bedeutet, kann ich nicht abschätzen. Dazu fehlt mir Hintergrundwissen. Dass es aber auch für Deutschland kein guter Tag ist, davon bin ich überzeugt. Dazu ein Zitat aus der “Welt”:
      “Wer in der EU seine Positionen durchsetzen will, braucht Verbündete – und für die Bundesrepublik war Großbritannien einer der wichtigsten. Ob Subventionen, Freihandel, Kartellrecht oder Digitalisierung: Die Gemeinsamkeiten sind so groß wie mit kaum jemandem sonst. Deswegen ist der Brexit für Deutschland keine gute Sache.”
      Und was die Auswirkungen auf die gesamte Welt angeht: auch da sieht es gar nicht gut aus. Hoffen wir einmal inständig, dass das nur ein vorübergehender Schock ist.
      Noch viel Freude und gute Erholung im “deep South”,
      Pit

    2. entdeckeengland says:

      Hallo Heike, danke für Deine Sichtweise. Du hast Recht, UK hat immer eine Sonderrolle gespielt und es gibt viele Bereiche, in denen sich nicht allzu viel verändern wird. Für EU-Bürger wird sich jedoch in jedem Fall etwas zum Negativen verändern. Ich bin damals mit einem Van voller Möbel in London aufgeschlagen und habe einfach hier angefangen zu arbeiten. Wir brauchen weder Aufenthalts- noch Arbeitserlaubnis. Vielleicht werden nur die Formalitäten zunehmen, vielleicht werden aber auch die Hürden höher.
      Für mich könnte es beruflich sogar noch schwieriger werden. Ich arbeite selbstständig als Texterin, habe meinen Geschäftssitz in UK, biete meine Dienste aber in Deutschland und Österreich an. Wie sich dieser grenzüberschreitende Handel verändern wird, ist natürlich auch noch nicht klar, aber er wird mit Sicherheit mehr Formalien und möglicherweise auch höhere Abgaben erfordern, die ich jedoch nicht auf meine Kunden umlegen kann, ohne mich aus dem Markt zu preisen.
      Und dann bin ich davon überzeugt, dass die britische Wirtschaft leiden wird. Schon in den letzten Monaten sind die Investitionen zurück gegangen und es sind Arbeitsplätze verloren gegangen. Natürlich wird man neue Handelsvereinbarungen treffen, aber ganz ehrlich, UK hat am internationalen Markt bislang nicht so ein starkes Profil, dass sich andere Länder darauf stürzen werden. Es wird lange dauern, bis der Verlust, den der Austritt aus dem europäischen Markt verursacht, wieder ausgeglichen ist. Und ich sehe weder in Farage noch in Johnson den Mann, der eine starke und machbare Strategie dafür entwickelt.
      Meine Güte, jetzt ist aber die Wirtschaftwissenschaftlerin in mir durchgegangen. Ich höre jetzt also auf und gehe nicht mehr auf die Risiken für importierte Inflation ein. Aber ich finde es wichtig, dass wir debattieren und vor allem auch die Argumente von allen Seiten anhören. Deshalb danke ich Dir ganz herzlich. Liebe Grüße, Peggy

  7. eimaeckel says:

    Remain, alles Weitere wird sich finden. Aber berichte weiter, was jetzt los geht auf der Insel. Queen Victoria kann noch ne Weile warten (aber nicht vergessen ;-)).

    1. entdeckeengland says:

      Vielen Dank für Deine netten und irgendwie auch ermutigenden Worte. Ich hatte wirklich eine Sinnkrise und dachte, wer interessiert sich denn für Victoria, wenn solche Ereignisse die Grundfesten der Gesellschaft erschüttern. Wie Du vielleicht schon gesehen hast, habe ich mir Deinen Wunsch, über die weiteren Entwicklungen zu berichten, zu Herzen genommen. 😉

  8. Pit says:

    Apropos Arbeitserlaubnis fuer Auslaender: nach einem Brexit wuerden ca. 100 Fussballspieler der Permier League ihre Berechtigung, fuer englische Clubs zu spielen, verlieren. Insgesamt in den beiden obersten Ligen von England und Schottland ueber 300!

      1. Pit says:

        Und das jetzt zur Zeit der Fussball-EM! 😉 Ist es ein Omen, dass gerade vorhin die Nordiren sich per Eigentor selber rausgeschoosen haben und Wales noch drin ist? 😉

  9. Maren Wulf says:

    Liebe Peggy, ich teile deine Sprach- und Fassungslosigkeit. Wie verbohrt muss man sein, um in Zeiten wie diesen das Banner der “splendid isolation” zu schwenken? Ganz herzliche Grüße!

    1. entdeckeengland says:

      Danke, liebe Maren. Ich fürchte, es gibt – und zwar nicht nur in UK – eine große Masse, die nie wirklich die Vorzüge der Gemeinschaft zu schätzen gelernt hat. Das sind vor allem die Globalisierungsverlierer. So lange die Wirtschaft gebrummt hat, hat der Konsum diese Menschen ruhig gestellt. Aber in den letzten Jahren mussten eben vor allem die ärmeren und weniger gebildeten viele Abstriche machen. Und geht es wirtschaftlich nicht gut, sind Ausländer eben ein beliebter Sündenbock. Außerdem muss man auch feststellen, dass die EU auch nicht gerade das beste Image hat. Es ist traurig, aber es ist auch wichtig, dass wir alle daraus lernen. Liebe Grüße, Peggy

  10. Sandra Parsons says:

    Neil hat heute früh als erstes gefragt, wie er an einen deutschen Pass kommt, damit er mit uns in Deutschland leben kann 😦

    Was mich am meisten ankotzt (entschuldige bitte die Ausdrucksweise, aber alles andere tut meiner Gemütsverfassung nicht so recht Genüge), ist der Fakt, dass die Brexit-Anhänger dieselbe Klaviatur gespielt haben wie Trump derzeit in den USA oder die Nationalsozialisten im Deutschland der 20er Jahre – und damit genauso erfolgreich waren!!! An die niedrigsten Instinkte der Menschen appellieren und damit sämtliche Experten einfach übertönen, urgh! Wo solche rassistischen, separatistischen und elitären Ideen hinführen, will ich mir gar nicht ausmalen!

    Ich fühle mit Dir und Euch! Gute Besserung und nicht unterkriegen lassen! Liebe Grüße, Sandra

    1. entdeckeengland says:

      Du sprichst mir aus dem Herzen! Manchmal frage ich mich, in was für einer Welt wir zur Zeit leben. Und der Brexit befeuert natürlich die Populisten anderswo. Gibt’s denn für Neil die Möglichkeit, einen deutschen Pass zu beantragen?

      1. Sandra Parsons says:

        Naja, zur Zeit ohnehin nicht. Dafür müsste man ja dort sein. Und dann ist da auch noch die Sache mit der deutschen Sprache 😉 Es wird halt einfach schwieriger werden, wenn wir irgendwann mal da hin ziehen wollen. Aber mit Bürokratie kennen wir uns ja aus.

  11. Gerhard Mersmann says:

    Liebe Peggy, ich hoffe, dass die EU auch etwas daraus lernt und es jetzt keine Abgrenzungsorgien geben wird. Auch wenn es aus einem ganz anderen Kontext stammt, aber es scheint mir angebracht daran zu erinnern, dass die Systeme und Organisationen kommen und gehen, aber die Völker bleiben!
    Herzliche Grüße
    Gerd

    1. entdeckeengland says:

      Danke, lieber Gerd, Deine Worte machen mir Mut! Und Du hast natürlich Recht, die EU hat noch viele Hausaufgaben zu erledigen, wenn sie langfristig überleben will. Liebe Grüße, Peggy

  12. martinazuengel says:

    Liebe Peggy,
    auch ich habe irgendwie nicht wirklich daran geglaubt, das England tatsächlich für einen Brexit stimmen könnte. Aber wir wurden alle eines Besseren belehrt. Obwohl ich persönlich jetzt gar nicht so wahnsinnig viel mit England zu tun habe (wenn man einmal vom Reisen absieht und meiner Liebe zum englischen Mittelalter), war ich gestern wie paralysiert. Es tut mir vor allem für all die jungen Menschen auf der Insel und dem Festland leid, dass vermutlich in Zukunft alles extrem erschwert sein wird. Ich wünsche mir ganz fest, dass Europa diesen Schuss wirklich gehört hat und sich auf seine ursprünglichen Werte und Ideale besinnen und ein wenig von der Bürokratie und der Besserwisserei ablassen wird. Ich möchte gerne Europäerin sein!
    Viele Grüße und halt’ die Ohren steif!
    Martina

    1. entdeckeengland says:

      Danke, liebe Martina, und ja, der Brexit sollte nicht als typisch exzentrische Entscheidung der ewig quengelnden Briten abgetan werden. Die EU trägt mit ihrer übermäßigen Regulierung zur Europamüdigkeit bei. Niemand identifiziert sich mit dem europäischen Parlament. Mehr Mut zur Selbstständigkeit und Individualität würde die EU attraktiver machen und den kulturellen Unterschieden besser Rechnung tragen. Denn schließlich ist ja diese Mischung der verschiedenen Kulturen und die Möglichkeit, sich in ihnen frei zu bewegen, die größte Errungenschaft Europas. Liebe Grüße, Peggy

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