Kleiner Entdecker auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Kleiner Entdecker liest auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Ich gebe zu, ich hatte einige Zweifel, ob meine spontane Idee, mit dem Kleinen Entdecker zur Buchmesse zu gehen, gut war. Aber nun war ich schon mal zufällig zur richtigen Zeit in Frankfurt und da wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Schüler gelten zwar als Fachbesucher, aber die meisten Veranstaltungen für Kinder fanden trotzdem erst am Wochenende statt, als wir schon wieder weg waren. Trotzdem haben sich meine Befürchtungen, so ein Besuch auf der Buchmesse könnte zu langweilig oder zu überwältigend sein, nicht bestätigt und wir hatten einen durchweg angenehmen und sehr anregenden Tag.

Kleiner Entdecker bei Was ist Was

Gleich morgens trafen wir uns kurz mit Petra von Elementares Lesen, ein Blog, der für uns beide immer wieder tolle Empfehlungen bereithält. Aber der Kleine Entdecker war unruhig. Er hatte schon von weitem das große Regal mit WAS-IST-WAS-Büchern gesehen, eine Sachbuchreihe, die er sehr mag. Also verabschiedeten wir uns bald. Der Kleine Entdecker machte es sich im Ohrensessel beim Tessloff Verlag bequem und informierte sich eingehend über Roboter, die Steinzeit und die Tiefsee. Ich schaute mir die Bücher über das alte Griechenland und Europa an. Ich lese diese Bücher nämlich auch mal ganz gerne – nicht nur aus inhaltlichem Interesse, sondern weil es für mich als Texterin auch immer interessant ist, wie komplexe Themen einfach aufbereitet werden können.

Begegnungen auf der Buchmesse

Anschließend schlenderten wir ein bisschen durch Halle 3 und machten hier und da ein paar nette Bekanntschaften. Die App wies mir den Weg zu einem Stand, an dem das Buch „Kinderleichte Becherküche“, ein Backbuch für Kinder, vorgestellt wurde. Da wir gerne gemeinsam in der Küche werkeln, wollte ich mal schauen, ob das etwas für uns wäre. Die Probierkekse waren wirklich lecker. Das Buch richtet sich jedoch an deutlich jüngere Kinder. Nicht weit entfernt stellte der Uhrenhersteller Flik Flak eine App zum Erlernen der Uhrzeit vor, die wir mittlerweile auch zu Hause runtergeladen haben.

App zum Erlernen der Uhrzeit

Nach einer Currywurst auf der Agora liefen wir zur Halle 4, wo eine Lesung des niederländischen Kinderbuchs „Fuchs und Storch“ stattfinden sollte. Leider waren die beiden Vorleser hinter einem hohen Pult eingeklemmt und aufgrund der Lautstärke ringsum nicht zu hören. So gingen wir noch eine Kugel Eis essen, bevor die nächste Veranstaltung begann. Zurück in Halle 3 liefen wir zum Stand des Kuse Verlags, wo die Bilderbuchautorin Gisela Kalow zu einer „Zeichenstunde im Dialog“ einlud. Es hatte sich eine ganze Reihe von Kindern eingefunden. Zuerst waren alle ein bisschen schüchtern, aber bald entwickelten sie gemeinsam mit der Autorin eine Figur und überlegten sich eine Geschichte dazu. Das war so fesselnd, dass Messeflaneure jeden Alters stehen blieben oder sich dazu setzten. Bald war der ganz Gang verstopft.

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Nach dieser tollen Veranstaltung bummelten wir noch ein bisschen durch die Gänge von Halle 3. Aufsehenerregend waren die Star Wars Bücher von Ravensburger, die man sich mit einem Tip Toi Stift vorlesen lassen kann. Ansonsten ließen wir uns hier und da auf Bänken oder auf dem Fußboden nieder, um in Büchern zu blättern oder zu lesen. Auch wenn der Kleine Entdecker schon gut lesen kann, genießt er es immer noch sehr, wenn ich ihm etwas vorlese. Dafür suche ich mir dann meist Bücher aus, die sich an etwas ältere Kinder richten. Besonders einfallsreich fand ich „Professor Murkes streng geheimes Lexikon der ausgestorbenen Tiere, die es nie gab“ von Andreas Schomburg und Dorothee Mahnkopf.

Als wir am Nachmittag nochmal einen Kakao trinken gingen, waren fast alle Sitzplätze belegt. Viele Messebesucher sahen müde aus. Wäre ich allein gekommen, hätte ich mir wahrscheinlich auch ein Mammutprogramm vorgenommen, das mich an den Rand der Erschöpfung gebracht hätte. Aber mit meinem 6-Jährigen im Gepäck habe mich einfach treiben lassen. Wir haben bestimmt viel Interessantes und Sehenswertes verpasst, aber wir hatten einen wunderschönen Tag und fuhren mit einem großen Gepäck neuer Ideen nach Hause.

 

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18 thoughts on “Kleiner Entdecker auf der Frankfurter Buchmesse 2016

  1. Petra Wiemann says:

    Schön, dass Ihr diesen Messetag genießen konntet und so spannende Bücher entdeckt habt. Ich finde es richtig, sich lieber – so wie Ihr – treiben zu lassen, statt von Termin zu Termin zu hetzen. So ist man offen für Unerwartetes. Mir hat die Zeit auf der Messe auch viel Spaß gemacht, aber irgendwann stellte ich fest, dass ich zu enge Schuhe trug. Ab da habe ich es nicht mehr lange ausgehalten 😉
    Das “geheime Lexikon der ausgestorbenen Tiere, die es nie gab” könnte mir auch gefallen, schöner Tipp!
    Gruß auch an den charmanten und so geduldigen Kleinen Entdecker,
    Petra

  2. SätzeundSchätze says:

    Das ist mal ein schöner Messebericht aus einer ganz anderen Perspektive. Und die Erfahrung, dass man mit Kindern und Jugendlichen eigentlich entspannter über die Messe geht, kann ich bestätigen: Vor Jahren habe ich ab und an Begleitperson eines Lehrers gespielt und war dann mit einigen Schüler/innen unterwegs – das hat mir ziemlich viel Spaß gemacht und zudem auch Dinge entdecken lassen, die ich sonst – nur aus Erwachsenenaugen – nicht entdeckt oder übersehen hätte. So die tollen Pop up-Bücher der englischen Kinderbuchverlage 🙂
    LG Birgit

    1. entdeckeengland says:

      Vorher war ich ein klein wenig wehmütig, weil ich wusste, dass ich so gut wie keine Zeit haben werde, meinen eigenen Interessen nachzugehen, aber im Nachhinein war ich wirklich froh, weil ich wie gesagt sehr viel entspannter unterwegs war. Irgendwann will ich trotzdem auch mal alleine gehen 😉

  3. Maren Wulf says:

    Liebe Peggy, ich staune wieder einmal über die Kondition des Kleinen Entdeckers und mag mir gar nicht ausmalen, welches “Mammutprogramm” du dir allein aufgehalst hättest. 😉

    1. entdeckeengland says:

      Danke, liebe Maren. Der Kleine Entdecker war nach dem Tag ziemlich platt, aber auch begeistert. Ich hab mich noch erstaunlich fit gefühlt. Aber wenn ich ein Programm für mich allein aufstelle, neige ich zugegebenermaßen dazu, meine Kondition zu überschätzen. 🙂

  4. ladyfromhamburg says:

    Es hört sich nach einem sehr gelungenen gemeinsamen Messetag an!
    Klar, die Ideallösung wäre natürlich, einmal mit dem Nachwuchs und ein weiteres Mal für sich alleine zu stöbern. Peggy, dennoch bin ich wirklich positiv überrascht, wie viel doch auch schon für einen interessierten Sechsjährigen dabei ist – und dabei ebenfalls den Erwachsenen anspricht! Als Gemeinschaftsunternehmung betrachtet, hat es mir schon beim reinen Lesen deines Tagesablaufs auf der Messe sehr gefallen.

    LG Michèle

    1. entdeckeengland says:

      Ich war auch überrascht, wie gut die Messe doch auch auf Kinder ausgerichtet ist. Es gab viel zu entdecken und fast überall auch Sitzgelegenheiten. Ich war am Ende des Tages noch erstaunlich fit, aber das ist ja auch nicht schlecht. Man muss sich ja nicht an den Rand der Erschöpfung bringen 😀 Liebe Grüße, Peggy

  5. Susanne Haun says:

    Ein schöner Bericht, liebe Peggy, bei mir ist es ca. 10 Jahre her, dass ich mit meinem damals 12jährigen auf der Buchmesse war. Ich erinnere mich, dass wir den Autor der Wilden Kerle kennenlernten und er froh war, dass auch Kinder an seinem Stand kamen.
    Bestimmt denkt der kleine Entdecker später gerne an euren Besuch zurück.
    Liebe Grüße von Susanne

    1. entdeckeengland says:

      Liebe Susanne, so schnell hat einen der Alltag manchmal überwältigt, dass plötzlich die Post im Blog unbeantwortet liegenbleibt. 😉 Vielen Dank für Deine Gedanken. Ja, ich glaube auch, dass mein Sohn gerne daran zurückdenkt, zumal mittlerweile auch die Buchsendung eingetroffen ist, die wir nach unserem Besuch aufgegeben haben. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Dir Peggy

  6. Sandra Parsons says:

    Das klingt super spannend! Eines Tages mache ich das sicher auch mal mit meinen Jungs.
    Sag mal, nur aus Neugierde, lernt Euer Sohnemann auch deutsch lesen? Und wenn ja, wie? Habe ich mich schon öfter mal gefragt, weil ich meinem kleinen Monster (und neuerdings auch dem kleinen Äffchen) das selber beibringe, hier auf unserer Insel. Seid ganz lieb gegrüßt,
    Sandra

    1. entdeckeengland says:

      Ich habe die deutsche Fibel von meinem Neffen geerbt. Gerade am Anfang war das sehr hilfreich. Allerdings ist das Schulpensum so groß, dass deutsch lesen ein bisschen in den Hintergrund gerückt ist. Mir ist wichtiger, dass mein Sechsjähriger auch mal Zeit zum Spielen hat. Ich habe aber den Eindruck, dass er davon profitiert, dass die Sprachen verwandt sind. Obwohl wir in letzter Zeit wenig gemacht haben, hat er mich schon oft überrascht, wie gut er doch auch auf Deutsch liest. Ich glaube, wenn der Knackpunkt des Lesenlernens überwunden ist, dann ist die Sprache egal. Das kriegen die Kinder dann von ganz alleine hin. Dauert halt ein bisschen länger.
      Es gibt die Leselernbücher “Erst ich ein Stück dann Du”. In diesen Büchern sind auf jeder Seite vier Zeilen in einer größeren Schrift hervorgehoben. Die Wörter sind manchmal recht schwierig, ist also für Kinder, die schon ein bisschen lesen können, für die aber lange Texte und kleine Schrift noch abschreckend sind. So können sie gemeinsam mit einem Erwachsenen auch mal eine längere Geschichte lesen. Ganz liebe Grüße von Insel zu Insel, Peggy

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