Britain votes for Brexit, Remain-Campaign wants second referendum

Ratlos

Fast sechs Monate sind vergangen, seit Großbritannien mit knapper Mehrheit für den Brexit gestimmt hat. Vor einiger Zeit schrieb mir Wolfgang Schnier, ob ich nicht mal einen Beitrag zu den aktuellen Entwicklungen schreiben könnte. Ehrlich gesagt gibt es nicht viel zu berichten. Niemand weiß, wie die Verhandlungsstrategie der Regierung gegenüber der EU aussieht oder wann die Verhandlungen überhaupt beginnen. Seit Monaten hängen sich die beiden Lager gegenseitig an der Gurgel, streiten darüber, ob der Brexit hard oder soft sein soll, schnell oder langsam kommen soll und wer überhaupt darüber entscheiden darf, die Regierung oder das Parlament. Im Januar soll der Supreme Court zumindest über den letzten Streitpunkt urteilen.

Das Pfund, das nach der Entscheidung zunächst in den freien Fall überging, hat sich mittlerweile stabilisiert. Brexiteers (eine Bezeichnung, die meiner Meinung nach weder für die Gesellschaft noch für die englische Sprache einen Gewinn darstellt) fühlen sich bestätigt, weil die Wirtschaftsdaten relativ stabil geblieben sind. Einige internationale Großunternehmen wie Google oder Toyota haben der Regierung bereits zugesichert, dass sie trotz Brexit im Land bleiben werden. Die meisten anderen Unternehmen warten jedoch auf die offizielle Brexit-Strategie, bevor sie irgendwelche Entscheidungen treffen. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit werden wir also erst sehen, nachdem er umgesetzt wurde.

Nur bei einem Thema hat das Brexit-Referendum bislang Klarheit gebracht – wie tief der Ausländerhass bei der Hälfte der Bevölkerung sitzt. Jetzt, wo die Maske britischer Höflichkeit gefallen ist, scheinen die Menschen den Anstand immer weiter zu verlieren. Die Anzahl ausländerfeindlicher Übergriffe ist in den Wochen nach dem Referendum um über 50 Prozent angestiegen. Mittlerweile hat sich die Polizeistatistik stabilisiert, liegt aber immer noch mehr als zehn Prozent über den Vorjahreszahlen. Dabei handelt es sich allerdings nur um solche Übergriffe, die bei der Polizei angezeigt werden. Die verbalen Entgleisungen, die sich EU-Bürger hier in ihrer Nachbarschaft anhören müssen, zählt niemand.

Besonders bitter finde ich, dass auch unsere Nachbarn auf beiden Seiten für den Brexit gestimmt haben und uns das jetzt, wo sie sich auf der Siegerseite fühlen, auch ganz offen sagen. Dass mein Mann jedes Jahr in beiden Gärten Bäume und Sträucher beschneidet und wir auch bei anderen Aufgaben helfen, die die älteren Herrschaften körperlich nicht mehr bewältigen können, hat ihre Meinung über Ausländer offenbar nicht beeinflusst. Sie haben sich deshalb für Brexit entschieden, weil Kinder von EU-Bürgern britischen Kindern die Schulplätze wegnehmen, ließen sie uns im Beisein des Kleinen Entdeckers wissen.

Wie es in meinem Inneren (und vermutlich im Inneren vieler EU-Bürger hier in UK) aussieht, lässt sich schwer beschreiben. Ich lebe hier seit 13 Jahren, ich habe hier ein Kind zur Welt gebracht, ein Haus gekauft und im Garten Schneeglöckchen gepflanzt. Ich habe hier Freunde gefunden – britische und internationale. Bis zum 23. Juni 2016 habe ich dieses Land als mein zu Hause empfunden. Die Trauer, die Angst und die Wut, die ich über die Ereignisse dieses Jahres (hier und anderswo in der Welt) empfinde, kann ich nicht in Worte fassen. Es gibt Leute, die sagen: „Was jammerst Du? Im Gegensatz zu den Syrern geht es Dir doch gut.“ Darauf kann ich nur antworten: Ja, im Gegensatz zu den Syrern geht es mir gut. Aber ist das unser neuer Maßstab?

Immer wieder betont die Regierung, dass EU-Bürger, die hier seit langem leben, bleiben dürfen. Gleichzeitig wurde Unternehmen gedroht, dass sie zukünftig Strafabgaben für jeden beschäftigten EU-Bürger abführen sollen, ein Vorstoß, der dank großer Proteste seitens der Industrie abgewehrt wurde – bislang. Die zunehmende Hetze gegen europäische Einwanderer lässt nichts Gutes erhoffen.

Wie jeder einzelne EU-Bürger mit dem Brexit umgeht, ist für die meisten vor allem eine berufliche Entscheidung. Denn im Gegensatz zum während der Brexit-Kampagne gepflegten Vorurteil, dass die EU-Bürger hier alle herkämen, um Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, arbeitet der überwiegende Teil und ist auf das monatliche Einkommen angewiesen. Dass sich die beruflichen Perspektiven für Viele bereits eingetrübt haben, lässt sich daran erkennen, dass in der Schulklasse des Kleinen Entdeckers zum jetzigen Stand vier von neunzehn Kindern zum Schuljahresende das Land verlassen. Alle vier kommen aus der EU und Kleiner Entdecker ist eines von ihnen.

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Post jetzt schreibe oder erst im nächsten Sommer. Aber egal, wann ich ihn schreibe, wird er für mich nicht weniger emotional. Wenn das Schuljahr zu Ende ist, brechen wir hier in London die Zelte ab und ziehen nach Dubai. Ich kann nicht behaupten, dass uns diese Entscheidung leicht gefallen ist. Ich werde England vermissen. Wir werden von Zeit zu Zeit zurückkehren, da bin ich mir sicher. Aber dann wird es nur noch ein Reiseziel sein.

Vor uns liegt nun ein neues spannendes Kapitel. Über die Weihnachtsferien fliegen wir in unser zukünftiges zu Hause, schauen uns Schulen und Wohngegenden an und werden beginnen, das kulturelle Angebot zu erkunden.

Was den Blog angeht, bin ich ein bisschen ratlos. Theoretisch habe ich noch so viel unverarbeitetes Material, dass ich den Blog in den nächsten zehn Jahren wie bisher weiterführen könnte, ohne jemals wieder einen Schritt auf die Insel zu setzen. Aber das will ich nicht. Schließlich möchte ich auch in Dubai möglichst viele Gelegenheiten wahrnehmen, neuen Menschen zu begegnen und mich der fremden Kultur anzunähern. Ein zweiter Blog kommt ebenfalls nicht infrage, weil ich schon für diesen manchmal nicht genug Zeit habe.

Was ich nach monatelangem Grübeln festgestellt habe, ist, dass meine eigentliche Passion dem Reisen auf literarischen und historischen Spuren, der Suche nach Zusammenhängen in Geschichte, Literatur und Kunst sowie dem Unterwegssein mit dem kleinen Entdecker gilt. Und diesem Interesse kann ich überall in der Welt folgen. Der Blog wird sich also in vielerlei Hinsicht nicht allzu sehr verändern. England wird weiterhin eine Rolle spielen, wenn auch eine abnehmende. Und vielleicht fällt mir ja im Laufe der Zeit auch noch ein passender neuer Name ein.

Während unserer Zeit in Dubai werde ich nur eingeschränkt Zugang zum Internet haben. Deshalb wünsche ich Euch schon jetzt ein gemütliches Weihnachtsfest und uns allen ein hoffentlich besseres Jahr 2017.

 

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56 thoughts on “Ratlos

  1. Ich kann sehr gut nachempfinden, warum ihr England verlassen werdet. Es ist so traurig 😦 Ich finde dieses Argument, die Wirtschaft seie ja stabil geblieben, so hirnrissig. Es ist ja auch noch kein wirtschaftlicher Austritt erfolgt! Was für ein bitteres Jahr. Ich wünsche euch alles Gute für euer Leben in Dubai! Habt ihr vor, längerfristig dort zu bleiben? Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein hoffentlich besseres 2017!

    1. Vielen Dank! Ja, zurzeit ist Vieles nicht mehr nachvollziehbar. Das nennt man wohl heutzutage postfaktisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir einige Jahre dort bleiben. Mein Mann hat dort einen lokalen Vertrag. Es gibt also kein festes Enddatum. Liebe Grüße, Peggy

  2. Vielen Dank für diese bittere Einschätzung. Meine Freunde in den USA berichten ähnliches nach der verlorenen Präsidentenwahl. Sie sind alle in einer kämpferischen Stimmung und wollen nicht aufgeben. Sie schreiben mir Dinge wie: “We can’t afford to lost hope! There are too many things at risk and too many people who sacrificed a lot before us to get where we are.”

    Ich finde es traurig und mutig zugleich, welche persönlichen Konsequenzen Du gezogen hast. Aber auch gut, wenn ihr so flexibel seid.

    Ach, das sind bittere Zeiten. :-/

    1. Hallo Wolfgang,
      ich kann Dir nur zustimmen, dass wir hier in den USA ebenso fassungslos und entsetzt sind. Meine Frau [Amerikanerin] und ich [Deutscher] können es immer noch nicht fassen, wie viele Menschen hier für Trump gestimmt haben. Die Gründe sind erschreckenderweise sehr ähnlich denen, die Peggy hier nennt. Ich weigere mich zwar, die Hoffnung aufzugeben, aber die Aussichten hier sind mehr als trübe, insbesondere wenn man die Ernennungen Trumps für Kabinetts- und andere Posten anschaut.
      Liebe Grüße aus Fredericksburg, Texas,
      Pit
      P.S.: unsere persönlichen Erfahrungen dazu [aus dem Wahlkampf] findest Du hier
      http://tinyurl.com/hqtj64m
      Ist übrigens in der Nacht vor dem Wahltag dann wieder passiert.

      1. Vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich lese halb fassungslos, halb betäubt die Analysen und tröste mich damit, dass Trump nicht den popular vote gewonnen hat. Noch habe ich den Glauben an check & balances nicht verloren. Für solche Momente wie jetzt wurde es ja gemacht. Allerdings darf auch kein Bundesstaat mehr verloren gehen. Ach, es ist ein Jammer.

      2. Ich betrachte mit Sorge, dass dieses System der “Checks and Balances” immer mehr ausgehebelt wird, nicht zuletzt dadurch, dass der Supreme Court ja wohl bald ein sehr konservatives weiteres Mitglied bekommt, nachdem der republikanisch dominierte Senat sich ja in den vergangenen Monaten geweigert hat, seiner verfassunsggemäßen Pflicht nachzukommen und über den von Obama vorgschlagegen Kandidaten zu duskutieren. Und dann ist die große Frage, wie lange Ruth Bader Ginsberg es noch macht, mit ihren immerhin 83 Jahren. Ich fürchte, Trump wird die Chance bekommen, das Pendel weit nach rechts ausschlagen zu lassen. Hoffentlich bleibt wenigstens die freie Presse unangetastet.

    2. Ja, es ist bestürzend, was zur Zeit auf der Welt vor sich geht. Manchmal hoffe, dass ich aus dem Alptraum bald aufwache. Gut, wenn Deine amerikanischen Freunde so viel Hoffnung haben, dass sie weiter für ihre Werte kämpfen wollen. Die USA brauchen in den nächsten Jahren viele davon, um die Institutionen zu stärken, die ein Gegengewicht zu Trumps populistischer Politik bilden. Ich hoffe, dass auch hier in UK bald wieder die Vernunft einkehrt, aber es ist nicht mein Kampf. Wenn ich als Gast nicht mehr willkommen bin, kann ich nur eine Konsequenz ziehen.

  3. puh, traurig, was du schreibst und ich bin gespannt, wie dir Dubai gefallen wird – eine ganz andere Welt und Kultur.
    Deine Worte werden bei mir jedenfalls noch eine Weile nachwirken… alles Gute vorerst und hoffentlich bis ganzbald, liebe Grüße, Annette

  4. Liebe Peggy,
    es ist wirklich schade, dass du und deine Familie zu einem solchen Schritt gezwungen seid, wie so viele andere, die sich nicht mehr willkommen fühlen. Das Verhalten der Brexit-Befürworter kann ich immer noch nicht nachvollziehen, es ist so kurzsichtig. Dass es sich bis in die Nachbarschaft fortsetzt, ist besonders traurig.
    Ihr habt eine mutige Entscheidung getroffen, nach Dubai zu gehen, wo eine völlig andere Kultur, ein anderes Klima herrschen. Ich bin sehr gespannt, wie es Euch dort gefallen wird. Es ist auf jeden Fall ein Schritt nach vorn!
    Ich wünsche dir und deiner Familie dort eine schöne Weihnachtszeit!

    1. Danke, liebe Petra. Unsere eigenen Erlebnisse sind im Vergleich zu dem, was andere gehört haben, noch geradezu freundlich. Bei Freunden kam am Tag nach dem Referendum ein Nachbar vorbei, als die Kinder draußen spielten, und sagte: “Ich freue mich schon, wenn ihr alle weg seid.” Das ist nicht mehr mein Land. Aber wie Du so schön sagst, wir machen einen Schritt nach vorn. Und wer weiß, vielleicht sieht es ja in einem Jahr schon wieder alles ein bisschen freundlicher aus. Ganz herzliche Grüße, Peggy

  5. Hui, liebe Peggy, was für Nachrichten! Ich habe in diesen Wochen oft an dich und deine Familie gedacht und mich gefragt, ob wenigstens euer direktes Umfeld trägt. Was du über die Nachbarn zur Rechten und zur Linken schreibst, ja, das vor allem anderen, macht mich fassungslos. Wie traurig für das UK, Menschen wie euch zu verlieren! Und welche Bereicherung für Dubai! Und wie gut für uns, dass du weiter schreiben und erzählen wirst! Aber jetzt erstmal eine herzliche Umarmung und ebensolche Grüße: Möge sich eure neue Heimat von ihrer besten Seite zeigen!

    1. Hab vielen Dank, liebe Maren. Die Umarmung tut gut 😊. Wie ich auch schon gerade an Petra schrieb, manche Freunde haben viel Schlimmeres gehört als wir. Es ist wirklich erschreckend, was mit den Menschen gerade passiert. Ich fühle mich dabei so hilflos. Auch wenn ich traurig bin, freue ich mich schon darauf, diesem gesellschaftlichen Klima zu entfliehen und dem Leben noch einmal eine neue Wendung zu geben. Liebe Grüße, Peggy

  6. Was wird das für eine Menschheit werden ,in die der der kleine Entdecker hineinwächst – nur noch Hass, Nationalismus und Gewalt? Der Post passt zu meiner pessimistischen Stimmungslage wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
    Ich wünsche Euch für die Zukunft alles erdenklich Gute! Und ich lese alles was Du postest, egal welches Thema, es ist immer interessant!
    Entspannende Feiertage und ein gutes, positives neues Jahr!
    LG Erich

    1. Ja, lieber Erich, diese Stimmungslage teilen wir. So richtiges Weihnachtsgefühl will da nicht aufkommen. Deshalb freue ich mich immer schon auf Deinen Morgengruss auf Instagram. 😊 Wenn wir dann in Dubai wohnen, machen wir es umgekehrt, denn dann bin ich Dir 3 Stunden voraus. 🌞Herzliche Grüße, Peggy

  7. Hallo Peggy,
    es macht mich ganz außerordentlich betroffen, was Du hier schilderst – allgemein und natürlich für Dich persönlich. Ganz einfach traurig. Für Dich/Euch hoffe ich von ganzem Herzen, dass Ihr mit Euren Entschluss das Richtige getroffen habt und dass es Euch dann in Dubai wohl ergehen wird. Ich wünsche Euch das Beste für Eure Zukunft dort. Und für’s Bloggen hoffe ich, dass Du auch weiterhin berichten wirst, denn ich schätze Deine Posts sehr – wo auch immer sie herkommen (werden).
    Ein trotz Allem frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr – möge es ein gutes werden – wünscht Dir und Deiner Familie,
    Pit

  8. Herrjeh was für ein Blogpost! Wie tief der Hass und die Abneigung sitzen erleben wir hier in Deutschland auch täglich mit den Flüchtlingen und es nimmt immer mehr zu. Den Vergleich mit Syrien finde ich haarsträubend, schließlich herrscht dort Krieg und die Menschen müssen flüchten um nicht zu sterben. Aber es ist schockierend, dass die Abneigung wohl schon immer da war und bisher nur gut versteckt wurde.
    Sowas macht mir unglaublich Angst. Manchmal befürchte ich Nazideutschland könnte sich auch heute noch wiederholen. Wir Menschen haben aus der Geschichte nichts gelernt und können nur Mauern um uns herum aufbauen.
    Ich wünsche Euch alles Gute und finde es toll, dass Ihr die Chance nutzt. Das dürfte eine Riesenumstellung werden, aber ich hoffe, ihr werde Euch bald eingelebt haben.
    Ein schönes Weihnachtsfest mit all der Aufbruchstimmung wünsche ich Euch ❤

    1. Ja, diese Angst sitzt auch in meinem Bauch. Aber so lange es Leute wie Dich gibt, die sich so engagieren, habe ich Hoffnung. Im Vergleich dazu fühle ich mich eher feige, weil ich einfach wegrenne.

  9. Traurig, erschreckend und aufrüttelnd ist dein post, besonders weil er zeigt, dass die aktuelle Weltsicht nicht nur gefühlt deprimierend, sondern tatsächlich so ist. Ich wünsche dir und deinen Lieben einen guten Neuanfang, viel Mut, Stärke, Entdeckerfreude und ein schönes, glückliches 2017
    Herzliche Grüße
    Thurs

  10. Liebe Peggy,
    2016, das Jahr vieler Zumutungen, Überraschungen und Abschiede neigt sich langsam dem Ende entgegen. Ratlos ist dazu ein treffendes Wort. Danke für die persönlichen Eindrücke die nachklingen. Insgesamt kann man sagen, Deutschland und die Welt haben sich in diesem Jahr verändert. Wie sehr und mit welchen Auswirkungen, das wird sich vermutlich erst im nächsten Jahr zeigen. Mit dem Brexit gab es bereits eine Diskussion die so emotional irrational geführt wurde, dass Argumente oder Fakten nichts mehr zählten. Es gibt kaum noch einen Dialog, was sehr schade ist. Wut ist scheinbar, zur Weihnachtszeit, die aktuelle Besinnlichkeit. Es bleibt abzuwarten wie man in einer Zeit, in denen Gefühle und Spekulationen mehr zählen, damit auf allen Ebenen umgehen soll.
    Deiner Familie wünsche ich ein fröhliches Weihnachtsfest und hoffentlich neue interessante Eindrücke in Dubai. Hoffen wir auf ein neues und positives neues Jahr und auf zu neuen Ufern.
    Liebe vorweihnachtliche Grüße,
    Stefan

    1. Danke, lieber Stefan. Ja, ratlos war das einzige Wort, das mir passend erschien. Noch immer blicke ich fassungslos auf dieses Jahr zurück und frage mich, wie es so weit kommen konnte und ob es an irgendeiner Stelle etwas gegeben hätte, was ich dagegen hätte tun können. Ich bin froh,dass wir in dem Appartement in Dubai noch kein Fernsehen haben. Ich glaube, auf die Jahresrückblicke kann ich dieses Jahr verzichten. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr alles besser wird. Viele Grüße, Peggy

  11. Was für eine Entwicklung, die besonders das gesamte letzte Jahr extrem geballt mit sich gebracht hat. Es macht mich sehr betroffen, wenn ich lese, welche Veränderungen es für dich und deine Familie in England gab, wie insgesamt die Tendenz ist – in Europa, in den USA, nahezu weltweit.
    Ich kann dir und den Deinen nur von Herzen alles Gute für die kommende Zeit und den Umzug im nächsten Jahr wünschen. Hinzufügen möchte ich nur noch, dass es schön ist, weiterhin von dir zu lesen.

    Kommt gut voran vor Ort während eures jetzt anstehenden Aufenthalts in Dubai. Euch hoffentlich trotz aller Aufregungen und kommenden Veränderung ein frohes Weihnachtsfest!

    LG Michèle

    1. Danke, liebe Michèle. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, Weihnachten bei knapp 30 Grad zu feiern. Freunde haben uns einen kleinen künstlichen Weihnachtsbaum mit Schmuck und Lichterkette geschenkt. 🙂 Das ist aber bislang auch das einzige Weihnachtliche hier. Liebe Grüße und auch Dir ein frohes Fest! Peggy

  12. Liebe Peggy,
    Das ist niederschmetternd, wie schnell die so sicher geglaubte Zivilisation implodieren kann. Keine Gesellschaft scheint davor gefeit zu sein. Ich wünsche Euch alles Gute und denk daran: jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!
    Herzliche Grüße
    Gerd

    1. Danke, lieber Gerd. Momentan gibt es eine Dynamik in vielen Gesellschaften, dass einem schwindlig wird. Wir genießen jetzt erstmal das sonnige Wetter. Alles andere wird sich finden 🙂 Viele Grüße, Peggy

  13. Auweia! Da kamen mir echt kurz die Tränen! Wie können Menschen nur so selbstsüchtig und herzlos sein?! Und je mehr sie haben, desto eifersüchtiger sind sie darauf bedacht, dass ihnen ja niemand etwas wegnehmen kann. Auf einer ganz niederen, Überlebens-Level-Stufe kann ich sowas ja noch nachvollziehen, aber als Gesellschaft sollten wir doch inzwischen weiter entwickelt sein. Oder mache ich mir da etwas vor?

    Ich finde es absolut schockierend, dass ein solcher Fremdenhass neuerdings wieder so salonfähig ist. Willentliche Ignoranz und absichtliche Dummheit, das sind heutzutage fast schon Tugenden! Ich fühle mich wie zu Schulzeiten, als die Nerds, die man damals noch Streber nannte, ausgelacht und schikaniert wurden, und niemand sie ernst nahm. Ja, 2016 hat es nicht gut gemeint mit uns.

    Ich freue mich, dass Ihr das Beste aus der Situation macht. Dass Ihr nach vorn seht und Euch nicht unterkriegen lasst. Die Welt wächst zusammen, egal was die Spalter sagen und tun, und Leute wie Ihr sind der Grund dafür! Ich drücke Euch! Sandra

  14. Ja, auch ich, liebe Peggy, bin natürlich total schokiert und kann es kaum glauben, dass die Abneigung gegen Fremde sich so sehr gesteigert hat. Trotzdem glaube ich, dass es nicht so weit gekommen wäre, wenn man vermehrt auf die Aengste der Einheimischen und der Verlierer der Globalisation gehört hätte. Für euch hat das aber sehr grosse Konsequenzen, ihr müsst eure zweite Heimat und euer Haus aufgeben, um hoffentlich in Dubai wieder Fuss zu fassen! Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft. Lieben Gruss Martina

    1. Ich danke Dir für Deine lieben Worte, Martina. Ich gebe Dir völlig Recht. Jahrelang ist die Politik nach dem Motto verfahren, billiger Konsum wird die Massen schon ruhig stellen. Das rächt sich jetzt. Leider sehe ich aber momentan auch keinen seriösen Politiker, der einer solchen Aufgabe gewachsen wäre. Unsere Entscheidung haben wir zum Glück aus freien Stücken getroffen. Bislang steht ja überhaupt noch nicht fest, was Brexit für die EU-Bürger bedeutet. Wir haben jedoch für unsere persönliche Situation festgestellt, dass uns das wirtschaftliche Risiko in Kombination mit dem zunehmenden Populismus gegen EU-Bürger zu hoch ist. Immerhin war ja eine Strafabgabe für angestellte EU-Bürger schonmal im Gespräch. Und da wir dem UK genauso wenig schulden wie das UK uns, begegnen wir dem lieber vorausschauend, anstatt später in eine Zwangslage zu geraten. Zum Glück stehen uns diese Möglichkeiten offen. Emotional ist es dennoch nicht leicht. Vor einem Jahr sind wir noch davon ausgegangen, dass wir mindestens bis zum Ruhestand, sofern es für uns einen gibt, in UK bleiben. Aber jetzt hoffen wir mal, dass langfristig vielleicht alles noch gut wird. Ich sende Dir sonnige Grüße aus Dubai, Peggy

      1. Weisst du liebe Peggy, ich bin auch ein wenig traurig dich zu verlieren und möchte dir für deine langjährige Bloggerfreundschaaft danken.:) Ich bin dir auch dankbar für diese Zusatzinformationen, die sehr einleuchtend sind! Bei uns im Tessin regnet es, aber die Grüsse sind trotzdem warm. Alles, alles Gute Martina

  15. Was für ein trauriges Fazit 😦 Und umso mehr bewundere ich Euch, daß ihr diesen Cut macht und woanders neu anfangt.
    Ich wünsche Dir und Deiner familie alles, alles erdenklich Gute und hoffe, daß Du uns über den Blog auch weiterhin an den spannenden Touren mit dem kleinen Entdecker und Eurem Leben allgemein ein klein wenig teilhaben läßt, wenn es die Zeit erlaubt!
    Viele liebe Grüße
    Herba

  16. Liebe Peggy,
    es tut mir so leid, wie viele Menschen die – ich sag mal “Einfachheit” vieler Gemüter am eigenen Leib erfahren müssen, und dass Ihr dazu gehört. Und es ist so schade um den Blog, ich freue mich immer auf Deine interessanten Artikel!
    Vielleicht kannst Du ja aus “Entdecke England” “Entdecke die Welt” machen – ich hoffe ja nicht, dass Ihr Eure Abenteuer aufgebt und Dein kleiner Entdecker zu einem kleinen Stubenhocker wird 🙂
    Ich hoffe, dass sich alles zum Guten wendet, für Euch und für uns alle und wünsche erstmal wundervolle Weihnachten!
    Liebe Grüße,
    Miriam

    1. Danke, liebe Miriam. Ja, das Leute, mit denen man über mehrere Jahre ein freundliches Verhältnis hatte, so etwas bringen, hat mich doch am meisten schockiert. Das zeigt, wie brüchig unsere Gesellschaft ist. 😦
      Natürlich werden wir nicht zu Stubenhockern. Ich glaube, es gibt auch weiterhin viel Spannendes zu berichten. Und wie gesagt, werden auch englische Geschichte, Literatur und Reisen weiterhin eine Rolle spielen. Nur der Name wird langfristig nicht mehr passen, und dabei fand ich ihn damals so gelungen. Aber mir wird sicherlich was einfallen. Vielleicht wirklich “Entdecke die Welt”, wobei ich vermute, dass das schon von Reisebloggern besetzt ist. Ganz liebe Grüße und frohe Weihnachten, Peggy

  17. Liebe Peggy,
    dein Blogbeitrag hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
    Es tut mir sehr leid, dass ihr eure Heimat verlassen müsst. Keine Nachrichten können vermitteln, was dein Beitrag vermittelt.
    Nur gut 70 Jahre ist es her, das Europa in Scherben lag und noch bis vor ein paar Jahren hätte ich behauptet, dass wir – der Mensch in Europa – gelernt hat. Die jüngsten Ereignisse jedoch zeigen mir, wie sehr ich mich geirrt habe.
    Ich wünsche euch einen guten Neuanfang in Dubai und bin gespannt, was du aus deiner neuen Umgebung berichtest. Bei aller Traurigkeit über dein Bericht freue ich mich auch über deine weiteren Berichte aus deiner neuen Welt.
    Auch wenn du noch viele, viele Berichte aus England schreiben könntest, könnte ich mir vorstellen, dass es gerade am Anfang einfach zu schmerzhaft für dich wäre? Vielleicht ist es besser, nach vorne zu schauen, statt zurück?
    Ich weiss es nicht. Schade, dass du in Dubais seltener ein Netz haben wirst. Berichtest du irgendwann, warum das in Dubai so ist?
    Nichtsdestotrotz, ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2017.
    Möge dieses Jahr besser werden als 2016. Ich hoffe es sehr.
    Liebe Grüße und eine dicke Umarmung von Susanne

    1. Danke, liebe Susanne, auch für die Umarmung 🙂 Hier in Dubai gibt es natürlich auch überall Internet. Aber mein Mann hat erst vor Kurzem sein Appartement bezogen und muss die ganze Infrastruktur erst einrichten. In der Zwischenzeit gibt es auf dem Community Floor WLAN. Das ist praktisch, aber dort halten wir uns ja nicht die ganze Zeit auf. Deshalb bin ich nur ab und zu mal im Internet. Außerdem erkunden wir natürlich die Stadt. Ich muss sagen, ich bin doch positiv überrascht, wie viele interessante Sachen es hier gibt, auch für Kinder. Bislang hatte ich immer ein Bild von Dubai, das hauptsächlich von Shoppingmalls und Themeparks geprägt ist, was beides nicht so mein Ding ist. Das gibt es hier natürlich auch in Hülle und Fülle, aber es gibt auch andere Sachen, die für mich interessanter sind. 🙂
      Ja, das Jahr 2016 war insgesamt kein gutes für viele von uns. Und ich teile Deine Sorge und die Ängste, die beim Blick auf unsere europäische Geschichte aufkommen. Hoffen wir, dass 2017 besser wird.
      Mein Sohn und ich sind noch bis zum Schuljahresende im Sommer in London. Da das die heißeste Zeit des Jahres in Dubai ist, werden wir die Ferien wohl in Deutschland verbringen, nachdem wir den Umzug auf den Weg gebracht haben. In der Zwischenzeit werde ich auch weiter aus England berichten und auch danach werde ich das Thema sicherlich nicht ganz fallenlassen. Es gibt Phasen, wo es schmerzt, aber zu sagen, jetzt interessiere ich mich gar nicht mehr für England, wäre falsch. Denn natürlich ist das was ich erlebt habe nur ein winziger Ausschnitt aus der Gesamtsituation. Klausbernd erlebt, wenn Du seine Kommentare liest, das Post-Brexit-England ganz anders als ich. Viele Briten sind von der Entwicklung außerdem genauso schockiert wie wir. In diesem Sinne gleicht die Entwicklung in mancher Hinsicht auch der in Deutschland, wo die Fremdenfeindlichkeit ja auch zugenommen hat, aber deshalb nicht jeder Deutsche fremdenfeindlich ist.
      Ganz herzliche Grüße
      Peggy

  18. Liebe Peggy,

    es ist erschütternd. Jenseits des Teiches, in England, hier bei uns. Mir fehlen Worte. Dies kann man ablesen daran, dass ich auf meinem eigenen Blog aktuell nicht imstande bin, etwas zu schreiben. Ich bin wie paralysiert. Und jetzt deine Nachrichten aus dem Land, dass ich mir zur zweiten “Heimat” auserkoren hatte. Dem ich zugeneigt bin/war bis zur “Selbstverleugnung”. Die Humanität auf dem Rückzug. Der Irrationalismus auf dem Vormarsch. Die populistischen Stimmen übernehmen die Deutungsherrschaft.
    Der Fremdenhass liegt wie eine gläserne Glocke über Landschaft und Seele. Kein Entrinnen. Die Festung- und Bunkermentalität nimmt überhand. Das Antlitz des Humanen, es zeigt sich immer seltener offen oder zuversichtlich.
    Deine liebe, vertraute “Stimme” zukünftig nicht mehr aus London zu hören, stimmt mich traurig. Deine Beiträge banden mich an dieses Land, seine Geschichte, seine Institutionen, seine Menschen. Es fällt mir schwer, dich in Dubai zukünftig zu verorten. Gleichwohl es spannend sein wird, dich dort mit deinen Eindrücken neu zu erfahren. Ich wünsche dir, deinem Mann, dem kleinen Entdecker ein besinnliches Weihnachtsfest. Ein neues Jahr, das friedvoller sein möge (obwohl ich daran nicht glauben kann) und alles erdenklich Gute für euch im neuen Land.

    Liebe Grüße

    Achim

    1. Herzlichen Dank, lieber Achim. 2016 war für viele von uns ein schlimmes Jahr. Aber wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben, auch wenn es zur Zeit kaum Lichtblicke gibt. In Richmond haben zum Beispiel die LibDems, die ja eigentlich schon totgesagt waren, aber die auch die einzige Partei war, die offen voll und ganz hinter der Remain-Kampagne stand, die Lokalwahlen gewonnen. Allerdings weiß ich nicht, ob das Ergebnis dadurch zustande kam, dass alle EU-Bürger ihr Wahlrecht für Lokalwahlen, das sie ja noch haben, ausgeübt haben. Da in Richmond die deutsche Schule steht, ist der Anteil der EU-Bürger dort sehr hoch. Auch kommt es darauf an, wie Du Dir den Wunsch von Deiner zweiten Heimat erfüllen willst. Es ist sicherlich möglich, sich ein Cottage in einer beschaulichen Gegend für den Ruhestand zu kaufen. Ich höre, Cley ist noch einer der Orte, wo man auf anständige Nachbarn hoffen kann. Ich weiß allerdings nicht, wie leicht oder schwer das zukünftig sein wird, wenn UK nicht mehr Teil der EU ist. Und einen Arbeitsplatz würde ich mir in UK derzeit auch nicht suchen, denn die Regierung polemisiert derzeit sehr gegen Arbeitnehmer aus der EU. Jetzt wünsche ich Dir aber auch erstmal ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Liebe Grüße, Peggy

  19. Wir, die Fab Four, werden ausführlich auf diesen Artikel die Tage auf unserem Blog reagieren. Wenn sich viele aufregten, wie der Populismus mit Falschmeldungen agierte, und beim Brexit waren es beide Seiten, so finden wir, dass dieser Artikel derart von der Wirklichkeit abweicht, dass wir nur mit dem Kopf schütteln können. Ich, Klausbernd, lebe jetzt seit über 30 Jahren als Deutscher in England – und dazu noch sofort als Deutscher identifizierbar wegen meines funny accent -ich erlebe das nach-Brexit-England so völlig anders, dass ich in diesen Artikel “mein England” nicht wiedererkenne. Dina als nicht-EU-Ausländerin geht’s ähnlich und auch allen unseren Freunden hier aus Finnland, Holland etc.
    Wir können uns nicht des Gefühls erwehren, dass es hierbei um eine Rechtfertigung handelt, nach Dubai zu gehen. Und ehrlich gesagt in Bezug Ausländerfeindlichkeit kann uns doch keiner erzählen, dass es in Dubai besser als in England sei (wir kennen Dubai). Man geht doch nach Dubai um des Geldverdienens Willen.
    Anyway, wir mussten einfach dieses Bild von England korrigieren. Ausführlicheres dazu werdet ihr die Tage auf unseren Blog lesen können, jetzt werden erst einmal Weihnachtsplätzchen gemampft und Glühwein getrunken.
    Sorry, liebe Peggy, aber das konnten wir wirklich nicht so stehen lassen.

    1. Lieber Klausbernd,
      gestatte mir bitte, völlig anderer Meinung zu sein. Peggy schildert hier eine ganz persönliche Erfahrung, ebenso wie Du. Ich will Dir die Deine nicht nehmen, aber eben auch nicht Peggy die Ihrige. Ihr vorzuwerfen, es handele sich hier nur um eine Rechtfertigung des Umzugs nach Dubai ist schlicht und einfach eine absolut unsachliche Unterstellung. Ich denke kaum, dass Du ihre Motive auch nur im Entferntesten zu beurteilen vermagst. Was Peggy hier als ihre persönliche Erfahrung schildert, ist tatsächlich ein Problem, oder willst Du die diesbezüglichen Fakten einfach ignorieren?
      Sorry, lieber Klausbernd, für diese harsche Antwort, aber um Dich zu zu zitieren, “das konnte ich wirklich einfach so nicht stehen lassen”.
      Nichtsdestotrotz freue ich mich schon auf Deinen Artikel dazu und hoffe auf eine angeregte Diskussion.
      Habt’s fein im kleinen Dorf am großen Meer, und liebe Grüße an Euch Alle,
      Pit

      1. Hi, lieber Pit,
        ich erlebe das post-Brexit-England derart anders, dass es auf der Hand liegt nach Motiven zu fragen oder sollte das eine professionelle Deformation eines Psychologen sein? Wir Ausländer hier sprechen öfters über den Brexit und dessen Auswirkungen, die nichts mit dem zu tun haben, was Peggy in ihrem Blog erwähnt.
        Anyway, jetzt trinke ich erstmal meinen Cuba libre und dann wird ein frisch geschossener Hase gebraten. Immerhin habe ich dann für morgen oder übermorgen ein neues Thema, zu dem ich unsere Meinung kund tun kann.
        Mach’s ‘mal gut im fernen Texas. Ganz liebe Grüße an dich und Mary von
        Klausbernd

      2. Hallo Klausbernd,
        vielleicht hast Du da Recht, und es ist tatsächlich eine “Berufskrankheit”. So wie bei mir das immerwährende Suchen nach Rechtschreibefehlern – leider nicht in meinen eigenen Texten! 😉
        Und dann sind die unterschiedlichen Erfahrungen bestimmt auch abhängig vom Wohnort, denke ich mal. Vielleicht lebst Du ja in Cley auf einer Insel der Seligen. 😉
        Liebe Grüße an die gesamte Viererbande aus einem reichlich kalten [jetzt, um 12:00 mittags immer noch nur -10 Grad] Fredericksburg,
        Pit

      3. Hallo Klausbernd, entschuldige die späte Antwort, aber wie ich ja schrieb, habe ich zurzeit nur sporadisch Internetzugang. Lese ich den Thread richtig, dass Du mir vorwirfst, ich hätte mir die zunehmende Fremdenfeindlichkeit nur ausgedacht? Oder um es krasser zu formulieren, Du bezichtigst mich der Lüge, weil meine persönlichen Erfahrungen sich nicht mit Deinen decken? Ich nehme an, auch die Polizeistatistik ist nur fabriziert oder von der Lügenpresse falsch dargestellt? Tja, was kann ich dazu sagen? Nichts, was nicht in Dein Weltbild passt, wird Dir glaubwürdig erscheinen. Damit entziehst Du uns doch praktisch die Basis für einen Gedankenaustausch. Das finde ich schade, denn das ist meiner Meinung nach zurzeit das größte Problem in vielen Gesellschaften. Jeder glaubt nur nur noch, was er selbst erlebt. Alles andere gibt es nicht. Ich sehe darin eine große Gefahr. Lass uns also bitte nicht in diese Tiefen absteigen. Das ist meiner und Deiner nicht würdig. Herzlichst, Peggy

      4. Guten Abend, liebe Peggy
        Ja, die Ausländer, mit denen wir hier sprechen, machen nicht diese Erfahrung genauso wenig wie wir. Natürlich ist mir bewusst, dass wir hier in einer besonderen Gegend leben, was die Bildung und das Einkommen betrifft. Wie es aussehen wird, wenn der Brexit kommt, wer weiß?
        Ich musste vor einem Monat in Deutschland 🇩🇪 einen Vortrag halten. Dort hängt die Ausländerfeindlichkeit meiner Beobachtung nach ebenso von der Gegend oder besser dem Umfeld ab, in dem man lebt. Allerdings die Wahl von Dubai, weil es in England zu ausländerfeindlich wird, finde ich erklärungsbedürftig.
        Mach’s gut 😊 und ich denke mir, wir lassen einfach die beiden Einschätzungen nebeneinander stehen
        🚶 Klausbernd

      5. Lieber Klausbernd, so habe ich das ja auch nicht geschrieben. Ich habe geschrieben, dass es für die EU-Bürger vor allem eine berufliche Entscheidung ist. Die Ausländerfeindlichkeit spielt hier insofern eine Rolle, als dass die Regierung in den letzten Monaten sehr gegen Arbeitnehmer aus der EU polemisiert hat. Vielleicht haben wir da auch unterschiedliche Sensibilitäten, weil wir uns in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden. Aber für uns ist nun einmal eine berufliche Perspektive existenziell. Und wenn man uns gerade auch seitens der Regierung das Gefühl gibt, wir seien nicht mehr erwünscht, müssen wir uns auch nicht rechtfertigen, wenn wir uns nach anderen Optionen umschauen. Hinzu kommt, dass auch die wirtschaftlichen Aussichten von großer Unsicherheit geprägt sind, solange nicht klar ist, wie der Brexit am Ende aussieht. Das geht, wie ich ja auch geschrieben habe, nicht nur uns so. In unserem Umfeld, das von gebildeten Anfangvierzigern mit langjähriger Auslandserfahrung geprägt ist, die eben auch verhältnismäßig schnell interessante Jobangebote in ihrer alten Heimat oder anderswo in der Welt erhalten, hat der Exodus bereits begonnen. Dass wir nach Dubai ziehen, ist dabei mehr dem Zufall geschuldet, weil hier zu einer Zeit, in der wir dafür offen waren, ein passendes Angebot kam. Auch wenn es mit “Was wäre gewesen, wenn” -Szenarien schwierig ist, ich glaube, wir hätten diese Entscheidung ohne den Brexit und die sich daraus entwickelte Stimmung gegen EU-Arbeitnehmer nicht getroffen. Liebe Grüße und Euch ein gemütliches Weihnachtsfest, Peggy

  20. Liebe Peggy,
    es tut mir sehr leid, das ihr solche Erfahrungen gemacht habt und jetzt England verlassen wird. Das ist schlimm, das ist traurig. Dabei dachte immer, dein Mann wäre Engländer.

    Ich habe zum Glück nie im Ausland solche Erfahrungen gemacht. Ich habe in England studiert, mehr als 30 Jahre mit Freude in Deutschland gelebt und gearbeitet und bin jetzt wieder in England. Nie habe ich am eigenen Leibe Fremdenhass, gegen mich errichtet, erlebt, ganz im Gegenteil. Auch wenn vereinzelte Nachbarn und Bekannte und Mitblogger für den Brexit gestimmt haben …

    Wäre es hier in Norfolk unerträglich, würden ökonomische Grunde natürlich eine Rolle in Anbetracht wohin jetzt spielen. Die ganze Welt hat sich verändert. Deutschland und Norwegen hat sich verändert, Amerika verändert sich. Wo lebt es sich heute besser?

    Auf jeden Fall wünschen wir euch einen guten Neuanfang in Dubai, dass ihr dort herzlich aufgenommen wird und euch schnell heimisch fühlen wird und die Abwicklung mit Haus kaufen und verkaufen reibungslos verlauft.

    Ich mag was Susanne geschrieben hat; Vielleicht ist es besser, nach vorne zu schauen, statt zurück?

    Die ganze Familie wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start im Ausland.

    Liebe Grüße von der Küste,
    Hanne

    1. Liebe Dina, ich freue mich ehrlich für Euch, dass in Cley die Welt noch in Ordnung zu sein scheint, und ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr diese bittere Erfahrung nie machen müsst. Wenn Eure Bekannten, die für den Brexit gestimmt haben, das tatsächlich auf Basis von Fakten getan haben, dann solltet Ihr sie überzeugen, nach Westminster zu gehen. Ich glaube, die Regierung kann ein paar kühle, sachliche Köpfe gebrauchen :-). Ganz liebe Grüße, Peggy

      1. Ein guter Vorschlag, liebe Peggy, ich werd’s weiter vermitteln! 😉
        Eine angenehme Reise und ein gutes Ankommen in der, für mich Nordlicht völlig Fremde, wünsche ich drei.
        Dina x

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