Marie Curie in Paris: Ein Leben für die Wissenschaft

Eingang zum Musée Curie

„Leicht ist das Leben für keinen von uns. Doch was nützt das, man muss Ausdauer haben und vor allem Zutrauen zu sich selbst. Man muss daran glauben, für eine bestimmte Sache begabt zu sein, und diese Sache muss man erreichen, koste es, was es wolle.“

Marie Curie

Reisen war 1891 noch eine beschwerliche Sache, besonders, wenn man, wie Maria Skłodowska, in der vierten Zugklasse von Warschau bis nach Paris fuhr – mit einem Klappstuhl, einer Decke und Proviant für drei Tage. Aber die 23-jährige Frau, die sich nur wenige Jahre später einen Namen mit der Erforschung der Radioaktivität machte und zwei neue Elemente – Polonium und Radium – entdeckte, gehörte nicht zu der Sorte Mensch, die sich von Unbequemlichkeiten aufhalten ließ. Wir kennen sie heute unter dem Namen Marie Curie. Sie erhielt zwei Nobelpreise – einen für Physik gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie und Henri Becquerel und den zweiten für Chemie allein. In der Öffentlichkeit stand sie lange Zeit im Schatten ihres Mannes, der 1906 bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Aber mit ihrem unbeirrbaren Forscherdrang, viel Fleiß und einer gehörigen Portion Dickköpfigkeit erkämpfte sie sich die Anerkennung, die ihr gebührte.

Marie Curie war eine bedeutende Wissenschaftlerin des 20. Jahrhunderts
Als wäre sie noch hier: Ein lebensgroßes Bild von Marie Curie im Garten des Institut du Radium.
Der Kleine Entdecker und ich machen heute mit Euch einen Rundgang durch das Musée Curie in Paris, wo wir mehr über die außergewöhnliche Familie Curie und ihre wissenschaftlichen Forschungen erfahren. Wer war also Marie Curie und wie schaffte sie es, so Großes in der Forschung zu leisten und trotz aller Widrigkeiten die Anerkennung zu erhalten, die ihr gebührte?

Die fliegende Universität

Reisen wir zurück ins Warschau der 1880er Jahre. Die Familie, in der Maria Skłodowska aufwächst, ist nicht wohlhabend. Im Gegenteil, nach den Polenaufständen im von Russland besetzten Land und einigen Fehlinvestitionen des Vaters lebt sie mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Das Bildungssystem ist selbst für damalige Verhältnisse sehr rigide. Ganz davon abgesehen, dass Mädchen nicht zur Universität gehen dürfen, ist es verboten, die polnische Sprache zu unterrichten. Wer öffentlich Gedanken über die kulturelle Identität der Polen oder moderne Gesellschaftsformen äußert, bekommt Schwierigkeiten mit der Polizei. Aber genauso, wie sich eine Idee nicht töten lässt, lässt sich auch Wissbegier nicht einfach abwürgen. So verlagert sich die Bildung in die Wohnzimmer mutiger Intellektueller. Jedes Mal in ein anderes, um kein Aufsehen zu erregen, was bald zu der Bezeichnung „Fliegende Universität“ führt. Auch Maria und ihre Geschwister sind Mitglieder der Fliegenden Universität. Um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, geben sie in wohlhabenden Familien Privatunterricht.

Maria Skłodowska, wie Marie Curies Geburtsname lautet, ist in Warschau geboren.
Bevor wir ins Musée Curie gehen, hier noch ein Hinweis auf das Maria Skłodowska-Curie Museum in Warschau. Wir haben es 2008 während unseres Reisejahrs besucht. http://en.muzeum-msc.pl/museum
Der Pakt der Schwestern

Die Zukunftsaussichten für junge Leute sind jedoch begrenzt, deshalb zieht es viele von ihnen ins Ausland. Marias Schwester Bronia will in Paris Medizin studieren, hat jedoch nicht genug Geld dafür. Da schließt Maria einen Pakt mit ihr: Sie verdingt sich als Hauslehrerin bei einer reichen Familie und unterstützt ihre Schwester mit diesem Einkommen, bis diese ihr Studium beendet hat. Danach will Maria ebenfalls nach Paris kommen, um, von Bronia unterstützt, Physik zu studieren. 1891 ist es endlich soweit. Maria besteigt den Zug und fährt nach Paris, wo sie zunächst bei ihrer Schwester und ihrem Mann einzieht.

Marie Curie studierte an der Sorbonne in Paris
Marie schrieb sich an der Universität Sorbonne im Quartier Latin ein.
Paris

Das Frankreich der Dritten Republik ist ein freies, bürgerliches Land, das sich zur Geburtsstätte der Moderne aufschwingt. Egal, ob Mode oder Kunst, Literatur oder Wissenschaft: Alle Welt blickt nach Paris. Hier haben neue Ideen Raum, sich zu entfalten. Jeder, der etwas werden will, jede, der es in der Heimat zu eng ist, kommt nach Paris. Es ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Maria schreibt sich an der Universität Sorbonne im Quartier Latin ein und ändert dabei ihren Vornamen in Marie. Sie ist nur eine von wenigen Frauen, die dort studieren. Die gesellschaftliche Zwangsjacke sitzt noch fest. Aber wer, wie Marie, hochintelligent ist und fleißig lernt, hat auch als Frau Chancen. Das gilt zumindest für Frauen aus der „richtigen“ Gesellschaftsschicht. In den Arbeitervierteln erhalten Frauen nur einen Bruchteil des Lohns, den ein Mann bekommt. Und ein elfstündiger Arbeitstag lässt nicht mehr viel Energie übrig, um sich weiterzubilden.

Marie schließt ihr Physikstudium nach zwei Jahren als Beste ab. Das bringt ihr ein Stipendium ein, das es ihr ermöglicht, in Paris zu bleiben. Sie beginnt, Mathematik zu studieren, erhält aber auch ihren ersten Auftrag als Physikerin, bei dem sie ihren zukünftigen Mann Pierre Curie kennenlernt.

Das Labor, in dem Marie Curie die Radioaktivität erforschte
Ein Blick in Marie Curies Labor im Institut du Radium.
Das Power-Paar

Selbst aus heutiger Sicht, wo die Diskussion über die Rollenverteilung noch lange nicht abgeschlossen ist, ist das Ehepaar Curie ein inspirierendes Vorbild. Beide sind Forscher aus Leidenschaft. Pierre, der an der Hochschule für Industrielle Physik unterrichtet, gibt zeitweise sogar seine Arbeit auf, um Marie bei ihren Forschungen zu unterstützen. Ob sich die beiden auch mal darüber streiten, wer nach einem langen Arbeitstag den Abwasch macht? Ich weiß es nicht. Vermutlich haben sie eine Haushaltshilfe. Und ihre zwei Töchter nehmen sie wahrscheinlich auch nicht mit ins Labor. Vielleicht gibt die Biografie, die Ève Curie über ihre Mutter geschrieben hat, Auskunft darüber, wie die Curies Kinderbetreuung und Haushalt organisierten. Ein Leseprojekt für die Zukunft. Aber was aus der zeitlichen Entfernung heraus so leicht und selbstverständlich aussieht – Forschungen und Familie unter einen Hut zu bringen – war damals sicherlich nicht einfacher als heute und forderte vor allem eines: klare Prioritäten zu setzen.

Im Garten des Institut du Radium steht eine Skulptur von Pierre und Marie Curie.
Marie und Pierre Curie lernten sich bei einem Forschungsauftrag kennen.
Eine Frau in der Männer-Domäne

In der Wissenschaft ist es nicht anders als in jedem anderen Beruf. Es geht nicht nur um die Sache, sondern es geht immer auch um Einfluss und Ansehen. Hinzu kommt, dass sich viele Konzepte, die wir heute als selbstverständlich annehmen, damals noch im Stadium der Erforschung befanden. Da herrschte durchaus keine Einigkeit unter den großen Denkern. Und plötzlich ist eine Frau in der Lage, die komplizierten Zusammenhänge zu verstehen und sogar neue Theorien zu entwickeln. Für viele damals ist klar, dass Pierre der kluge Kopf und die treibende Kraft hinter den Forschungen ist. Deshalb überrascht es, dass Marie die Rente ausschlägt, die ihr nach Pierres Tod angeboten wird. Sie übernimmt stattdessen seinen Lehrstuhl an der Sorbonne und führt ihre Forschungen weiter. In manchen Kreisen wird Marie als Heldin gefeiert, andere versuchen, sie kleinzureden. Den Lehrstuhl hat sie schließlich nur durch Pierres Tod bekommen – eine Mitleidsgeste und keine Anerkennung für ihre intellektuelle Leistung.

Von diesem Büro leitete Marie Curie die Forschungen am Institut du Radium.
Marie Curies Büro als Forschungsleiterin am Institut du Radium.
Aber Marie weiß sich zu wehren. Sie verfügt über ein großes Netzwerk von Unterstützern und kann selbst den eigentlich konservativen amerikanischen Stahlmagnaten und Philanthropen Andrew Carnegie überzeugen, ihre Forschungen zu finanzieren. Sie setzt durch, dass Radioaktivität in „Curie“ gemessen wird, wobei ein Curie der Anzahl der Kernzerfälle entspricht, die innerhalb einer Sekunde in einem Gramm Radium stattfinden. Neue Erkenntnisse veröffentlicht sie immer sofort in namhaften Wissenschaftsmagazinen, damit nicht ein anderer Forscher die Lorbeeren erntet. Immer wieder wird ihr vorgeworfen, dass sie zu wenig mit anderen Wissenschaftlern kooperiert, die ebenfalls die Radioaktivität erforschen. Sie setzt alles daran, als erste Expertin auf ihrem Gebiet wahrgenommen zu werden. An dieser Kritik ist sicherlich etwas dran. Aber bevor wir Marie als egoistische Einzelkämpferin abtun, sollten wir nicht vergessen: Um in der Männerwelt zu bestehen, musste sie mit männlichen Mitteln kämpfen.

Im Musée Curie erfährt man viel über Atome, Elemente, Radioaktivität und ihre Erforschung
Noch ein bisschen abstrakt für den Kleinen Entdecker, der bislang weder Physik noch Chemie in der Schule hatte. Aber einige interaktive Installationen und die alten Forschungsgeräte halten ihn bei Laune.
Und so egoistisch, wie die Kritiker sie beschreiben, ist sie nicht. Als Geschäftsleute sie und Pierre überreden wollen, die Herstellung von Radium patentieren zu lassen und das Patent für eine hübsche Summe zu verkaufen, lehnen sie ab. Das zunehmend in der Medizin eingesetzte Radium soll allen Menschen zugutekommen. Die Curies wollen sich nicht an den Krankheiten anderer bereichern. Ihr Einkommen aus Lehrtätigkeit und Forschungsgeldern genügt ihnen für ihr anspruchsloses Leben.

Vier Wissenschaftler - drei Nobelpreise: Marie Curie, Pierre Curie, Irène Joliot-Curie und Frédéric Joliot-Curie
Im Musée Curie geht es nicht nur um Marie Curie. Auch über Leben und Forschungen von Pierre Curie, Tochter Irène Joliot-Curie und deren Mann Frédéric Joliot-Curie gibt es viele Informationen.
Musée Curie im Institut du Radium

Auf Drängen von Marie Curie und dem Biologen Claudius Regaud beschließt die Universität Sorbonne 1909 ein Forschungszentrum, das Institut du Radium, zu errichten. Hier sollen alle Forschungen rund um Radioaktivität, ihre biologischen Auswirkungen und ihr Einsatz in der Medizin gebündelt werden. Marie nimmt ihre Arbeit als Forschungsleiterin 1914 auf und bekleidet die Stelle, bis auf Einsätze an der Front des Ersten Weltkrieges, wo sie mit Röntgenapparaten bei der Versorgung verwundeter Soldaten hilft, bis zu ihrem Tod 1934. 1981 wird ihr Labor dekontaminiert und als Museum rekonstruiert.

Rue Pierre et Marie Curie im Quartier Latin in Paris
Das Musée Curie befindet sich in einer ruhigen, von Bäumen gesäumten Straße, die nach den Wissenschaftlern benannt wurde.
Das kleine, aber feine Musée Curie befindet sich in der Rue Pierre et Marie Curie, einer ruhigen Straße im Quartier Latin unweit des Pantheon, wo Marie begraben liegt. Zu sehen sind das Büro und das Labor, wo Marie Curie einst gearbeitet hat, sowie Forschungsinstrumente aus der Zeit, die ein bisschen an Jules-Verne-Filme erinnern. Auf großen Tafeln und an einigen interaktiven Installationen kann man sich über das Leben der Forscher Pierre und Marie Curie, Tochter Irène und Schwiegersohn Frédéric Joliot, die ebenfalls gemeinsam einen Nobelpreis für Chemie erhielten, informieren. Auch werden viele Grundlagen über den Aufbau von Atomen, die Entstehung von Radioaktivität und ihre Erforschung anschaulich erklärt. Das Museum ist mittwochs bis samstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen gibt es auf der Website.

Eine Biografie über Marie Curie für Kinder und Erwachsene

Als schnelle und leicht verständliche Lektüre für Groß und Klein kann ich das Buch „Marie Curie und das Rätsel der Atome“ von Luca Novelli (übersetzt von Anne Braun) aus der Reihe Arena Bibliothek des Wissens empfehlen.

 

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23 thoughts on “Marie Curie in Paris: Ein Leben für die Wissenschaft

  1. SätzeundSchätze says:

    Liebe Peggy,
    wieder einmal ein interessanter Museumsbesuch, bei dem ich gerne mit euch mitgegangen bin.
    Seit dem Roman von Per Olov Enquist (Das Buch von Blanche und Marie) wollte ich mich mal eingehender mit dem persönlichen Leben der Forscherin beschäftigen … sollte ich dazu kommen, dann denke ich an “euer” Pariser Museum.

    1. entdeckeengland says:

      Und da gibst Du mir auch gleich noch einen Buchtipp mit, wie schön! Ja, ich finde die gesamte Familie faszinierend. Was sie geleistet haben, und das in einer Zeit, in der es für Frauen noch sehr viel schwieriger war als heute.

  2. mickzwo says:

    Du hast Glück! Der kleine Entdecker ist immer augenscheinlich noch dabei.
    Das war ein guter Artikel!! Und dieVerweise sehr hilfreich.
    mick

  3. ladyfromhamburg says:

    Das war wieder ein sehr schöner Einblick in das Leben bemerkenswerter Menschen, der Curies. Hauptsächlich natürlich die Entwicklung und das Wirken der Marie Curie. Schon ein beeindruckende, unerschrockene, hochintelligente und zielstrebige Frau!
    Mir gefiel es sehr, geschichtlich von dir etwas genauer in die damalige Zeit zurückversetzt zu werden, die näheren Umstände ihrer Ankunft, ihres Studiums zu erfahren und über die Umstände, über das Vorankommen ihrer Forschungen zu lesen.
    Toller Artikel, sehr fesselnd, Peggy, und ein sehr guter TIpp im Falle eines Besuchs der französischen Hauptstadt

    LG Michèle

    1. entdeckeengland says:

      Dankeschön, liebe Michele. Ich finde auch, dass Marie, Pierre und auch ihre Geschwister und Kinder beeindruckende Persönlichkeiten sind. Wenn ich mir anschaue, wie hektisch unser heutiges Leben ist, was wir alles gleichzeitig machen und sein wollen, dann denke ich, vielleicht war ein Grund für ihren Erfolg (von ihrem Intellekt mal abgesehen), dass sie sich voll und ganz auf eine Sache konzentriert haben. Liebe Grüße, Peggy

  4. Petra Wiemann says:

    Danke für diesen tollen Überblick, liebe Peggy! Ich habe vor langer Zeit die Biografie von Eve Curie über ihre Mutter Marie gelesen, später auch dem Roman “Das Buch von Blanche und Marie” (Birgits Tipp :-)). Beide sind zu empfehlen. Dieses Museum würde ich zu gern auch mal besuchen.
    Liebe Grüße!

    1. entdeckeengland says:

      Herzlichen Dank, liebe Petra. Ich kann mir gut vorstellen, dass Dir das Museum gefallen würde, gerade weil es neben dem Leben der Curies auch viel um die tatsächlichen Forschungen geht. Diese alten Apparaturen allein sind schon schön anzuschauen. Es ist auch ein wirklich kleines Museum, für das man nicht viel mehr als 1 Stunde benötigt. Ganz liebe Grüße, Peggy

  5. Claudia says:

    Liebe Peggy,
    wie schön, heute Abend ganz gemütlich von meinem Schreibtisch aus ins Musée Curie zu schlendern und dabei ganz viel zu lernen über Leben und Wießbegierde Marie Curies. Ein Physikstudium in nur zwei Jahren! Was für ein Wahnsinn. Da muss es sich ja um ganz besondere Begabungen gehandelt haben. Und beeidnruckend, dass es dem Forscherpaar Curie wichtig war, die neuen Erkenntnisse für die Medizin für alle zu sichern. Vielen Dank für den wieder einmal tollen bericht.
    Viele Grüße, Claudia

    1. entdeckeengland says:

      Danke. liebe Claudia. Für mich war es wirklich ein ganz besonderer Ort. Zum einen habe ich ja die meisten großen Sehenswürdigkeiten in Paris schon mal gesehen und zum anderen fasziniert mich Marie Curie. Sie muss wirklich eine hochbegabte, aber vor allem auch willensstarke Frau gewesen sein. Liebe Grüße, Peggy

  6. Maren Wulf says:

    Liebe Peggy, hab herzlichen Dank für diesen wunderbaren Ausflug in das Leben und Umfeld einer Frau, die – lebte sie heute – ganz und gar bemerkenswert wäre. Wieviel mehr gilt das für ihre Zeit! Und wie berührend, von der wechselseitigen Unterstützung der beiden Schwestern zu lesen oder von der Überzeugung der Eheleute Curie, dass die Ergebnisse ihrer Forschungen der Allgemeinheit zugute kommen sollten! Das Musée behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf.

    1. entdeckeengland says:

      Ja, liebe Maren, es wäre zu wünschen, dass ihr leidenschaftlicher Forscherdrang und ihr Bestreben, die Welt ein Stück besser zu machen, mehr Frauen inspirieren würde, ihren Weg in der Technik und den Naturwissenschaften zu suchen. Ich glaube, ein Grund dafür, dass Frauen in diesen Berufen noch unterrepräsentierter sind als anderswo, liegt vor allem an der Sozialisierung und dem Mangel an Vorbildern, mit denen sich Mädchen identifizieren können. Ein Grund, warum ich mit dem Kleinen Entdecker in das Museum gegangen bin, neben meiner eigenen Faszination für die Frau, ist, dass der Kleine Entdecker von vornherein ein ausgewogeneres Weltbild erhalten soll. Ganz herzliche Grüße, Peggy

  7. Susanne Haun says:

    Liebe Peggy,
    gleich nach der Lektüre deines überaus gelungenen Artikels über Marie Curie bin ich zu meinem Bücherregal gegangen und habe meine Ausgabe von Eve Curies Buch über ihre Mutter gesucht. Es ist eines der wenigen Bücher, das seit 1980 in meinem Bücherregal steht und nie von mir aussortiert wurde.
    Dieses Buch hat mich damals dazu verleitet, Mathe und Physik als Leistungskurs zu wählen. Kunst gab es bei uns nicht als Leistungskurs und so konnte ich es nur als 3. Prüfungsfach nehmen, auch war es als Arbeitetkind für mich einfach noch nicht vorstellbar, Kunst zu studieren.
    Sie konnte nach dem Tod ihres Mannes nicht mit einem Mann zusammenarbeiten, alle Lorbeeren wären sofort auf diesen Kollegen gefallen und sie wäre in die Unbekanntheit abgeglitten.
    Leider ist das auch heute noch oft so. Die Frau steckt da in der Zwickmühle, am besten ist da, alleine zu arbeiten. Arbeitet man in einer Frauengruppe wird man auch nicht ernst genommen, dann heisst es oft Kaffeekränzchen oder Emanzengruppe. Leider! Ich hoffe, das bessert sich irgendwann. Da ist viel Selbstbewusstsein von uns Frauen gefordert!
    Liebe Grüße in de Wärme sendet dir Susanne

    1. entdeckeengland says:

      Da sagst Du was Susanne! Auch wenn an vielen Stellen schon etwas erreicht wurde, empfinde ich es auch so, dass wir erst am Anfang des langen Weges bis zur gesellschaftlichen Gleichstellung stehen. Und wenn ich mir die Entwicklung der Social Media anschaue, bei denen der Fokus doch sehr auf Konsum und Inszenierung liegt, dann befürchte ich, dass wir uns in mancher Hinsicht rückwärts bewegen, dass sich Mädchen mehr über ihr Äußeres als über ihre Fähigkeiten definieren. Liebe Grüße, Peggy

    1. entdeckeengland says:

      Danke fürs Vorbeischauen. Ja, Frauen wie Marie Curie und ihre Errungenschaften sollten viel mehr Thema in Schulen sein, um Mädchen zu inspirieren, solche Fächer zu studieren und endlich die alte Rollenverteilung zu überwinden. Herzliche Grüße, Peggy

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